Gehälter, zum Teil deutlich über jenem des Landeshauptmanns: Der steirische Landesrechnungshof übt Kritik an den Vorstandsgagen bei den Stadtwerken Judenburg. Abgesehen davon gab es aber auch viel Lob.
Der steirische Rechnungshof hat drei Stadtwerke im Kommunalbesitz einer Querschnittsprüfung mit dem Schwerpunkt Energieversorgung unterzogen: neben Judenburg auch Köflach und Voitsberg. Bei den Stadtwerken in der Murtaler Bezirkshauptstadt Judenburg seien dabei „vergleichsweise hohe Personalaufwendungen“ ins Auge gestochen, insbesondere für das dreiköpfige Vorstandsteam.
Deren Bruttogehälter inklusive Sonderzahlungen, geldwerte Sachbezüge sowie projektunabhängige, über Zielvereinbarungen getroffene Prämien überstiegen 2024 die Millionen-Euro-Grenze. Besonders die Entlohnung eines Vorstandsmitglieds falle „unverhältnismäßig hoch“ aus und liege „deutlich über dem Gehalt des Landeshauptmanns“ – Mario Kunasek erhält knapp 20.000 Euro brutto im Monat. Der Landesrechnungshof empfiehlt Maßnahmen zur Reduktion der Personalkosten.
Beim Strompreis war alles korrekt
Unter dem Strich hat die Querschnittsprüfung aber zu keinen größeren Beanstandungen seitens der Prüfer geführt. Bei allen drei Stadtwerken stellte sich im Prüfzeitraum 2021 bis 2024 die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt positiv dar. Die Eigenkapitalquote wurde deutlich verbessert, auch die Umsatzrentabilität stieg an, wobei das Jahr 2023 besonders hervorstach.
In normalen Bahnen habe sich die Entwicklung der Strompreise bewegt, die im Wesentlichen jener vergleichbarer Energieversorgungsunternehmen entsprach. Es wurden auch keinerlei Auffälligkeiten oder Hinweise auf eine missbräuchliche Ausnutzung der sogenannten Strompreisbremse festgestellt. Weiters werde den Kunden ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energieträgern geliefert und der gesetzlichen Verpflichtung zur Stromkennzeichnung Genüge getan.
Judenburg muss sparen
Kritik an den „exorbitanten Vorstandsgehältern“ in Judenburg übte prompt die KPÖ – gerade vor dem Hintergrund, dass die Stadtgemeinde sparen muss. Laut KPÖ-Gemeinderat René Windegger fließen Überschüsse der Stadtwerke an die Gemeinde, diese werden durch die „fürstlichen Zahlungen“ geschmälert.
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