Das Medienfestival Ars Electronica macht Linz von 9. bis 13. September zum Schauplatz der großen Zukunftsfragen. Die Projekte, die in drei Festivalbezirken in der Innenstadt zu erleben sind, drehen sich um aktuelle Konflikte und Herausforderungen der Menschheit. Die Eröffnung findet am Mittwoch, dem 9. September, im Mariendom statt.
Was bedeutet Menschsein in einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz, geopolitische Krisen und technologische Umbrüche unsere Welt neu formen?
Diese Frage wird laut Ars-Electronica-Direktor Gerfried Stocker beim diesjährigen Ars Electronica Festival unter dem Motto „Future Begins: Negotiating Humanity“ beleuchtet. Dabei setzen die Projekte von Medienkünstlerinnen und Medienkünstlern aus aller Welt bewusst auf Provokation und Experiment.
Das Festival greift relevante Themen und Konflikte unserer Zeit auf. Wir denken darüber nach, wie sich die Welt durch neue Technologien verändert.
Gerfried Stocker
So wird etwa „A Cartography of Genocide“, des Londonder Teams Forensic Architecture, das mit der Goldenen Nica in der Kategorie Interactive Art ausgezeichnet wurde, heftig diskutiert. Es dokumentiert den Gaza-Krieg seit Oktober 2023. Aber auch das Projekt SummitShare & Shared Histories (Digital Humanity) legt den Finger auf eine offene Wunde, denn es beschäftigt sich mit kolonialem Kulturerbe, Kulturraub und Herkunftsnachweisen und digitalen Infrastrukturen.
Themenbogen kreist um Macht und Ohnmacht
Weitere Projekte befassen sich mit Kulturgüterraub und Dekolonialisierung, mit Klimawandel sowie den vielfältigen Veränderungen, die Künstliche Intelligenz in der Gesellschaft auslöst. Auch die Macht großer KI-Konzerne wird kritisch beleuchtet.
Erstmals ein Festival Walk in der Innenstadt
Nach drei Festivals in der Postcity und Gastspielen am Linzer Universitätscampus kehrt man heuer in die Innenstadt zurück. Über fünf Tage hinweg werden zahlreiche Locations bespielt.
Wo bleibt die Menschlichkeit?
Der OK Platz bildet das Herzstück des Festivals. Hier erhalten Besucherinnen und Besucher Informationen und Tickets, außerdem startet hier der neue Festival Walk mit acht Stationen. Das Ars Electronica Center (AEC), das Lentos Kunstmuseum und die Kunstuniversität bilden gemeinsam das „Danube Triangle“.
Im Lentos sind unter anderem die mit der Goldenen Nica ausgezeichneten Arbeiten zu sehen. Da das AEC heuer sein 30-jähriges Jubiläum feiert, werden dort zwei neue Ausstellungen präsentiert. Der Med Campus bildet den dritten Festivalbezirk. Hier dreht sich alles um die Symbiose von Kunst, Wissenschaft und Forschung. Das Leitmotiv lautet: „Der Mensch darf im technologischen Fortschritt nicht verschwinden.“
Mit dem Roboter shoppen gehen
Mit Ausstellungen, Performances, Konzerten, Workshops und internationalen Stimmen aus Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft wird das Festival heuer zum Labor für die Zukunft des Zusammenlebens. Auch Robotik spielt eine wichtige Rolle. Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf Roboter im öffentlichen Raum – auch in den Geschäften des Cityrings – freuen, heißt es vom Ars-Electronica-Team.
Die Eröffnung findet am Mittwoch, dem 9. September, ab 19 Uhr am Domplatz und im Mariendom statt. In Kooperation mit dem Musiktheater wird unter anderem ein Ausschnitt aus einer Tanzproduktion gezeigt. Markus Poschner und das Bruckner Orchester Linz spielen zudem das Vorspiel zu Richard Wagners „Parsifal“.
Tickets für die Ars Electronica sind online sowie ab 9. September am OK Platz und im Ars Electronica Center erhältlich. Übrigens: Erstmals gibt es die App Festival Planner, mit der man sein ganz eigenes Programm zusammenstellen kann.
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