Auf die Gefahr hin, einen Teil des Publikums mit dieser Kolumne zu vergraulen: Heute gibt es hier Lob für Christian Stocker. Es wird kein donnernder Applaus, jedoch gibt es Anerkennung für einen gewissen Mut. Nämlich für den Vorschlag des Kanzlers, die staatlichen Beteiligungen vom Verbund bis zur OMV für die Pensionen anzuzapfen.
Nun ist dieser Plan nicht wirklich neu und auch nicht völlig ausgegoren. Aber es ist einer der seltenen Fälle, in denen der Regierungschef ganz konkret ein echtes Problem des Landes anspricht und gleich eine Möglichkeit zu einer Teil-Lösung mitliefert.
Dass Stocker sich diese Idee bis zu seinen TV-Sommergesprächen aufgespart hat, ist zwar einigermaßen durchsichtig, aber da gab es in dieser Koalition schon schwächere Manöver.
Jedenfalls kommt jetzt das seit viel zu vielen Jahren mit Krampf im Hintergrund gehaltene Gwirks mit den Pensionen grell ausgeleuchtet auf die Bühne und wird von dort auch nicht mehr verschwinden, bis die Regierung eine Lösung präsentiert. Oder eben nicht. Das wird dann allerdings in die Rechnung am Wahlabend einzupreisen sein.
Mit der von Stocker angefachten Diskussion um die Finanzierung der Pensionen wird nun auch offen über das Pensionsalter, über den Umgang von Betrieben mit nicht mehr ganz jungen Mitarbeitern und über die Bedeutung der Migration für das Pensionssystem zu reden sein.
Und alleine dafür, dass er sich das jetzt noch antut, gebührt dem Kanzler Lob.
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