An die Kinder ließ er Schokolade und Bonbons verteilen. „Niemand wird euch etwas antun“, versicherte er den verängstigten Menschen. Man werde sich an die Genfer Konvention halten, hieß es zynisch. Und dann gab Ratko Mladić den Befehl zu einem Massaker, dessen Brutalität einen bis heute erschaudern lässt. Mehr als 8000 muslimische Männer und Jungen wurden von seiner Soldateska innerhalb nur einer Woche in und um Srebrenica ermordet. Auf einem Video der Killertruppen ist zu sehen, wie sie ihre Opfer verhöhnten und ihnen in den Rücken schossen. Die Leichen verscharrten sie in Massengräbern, viele wurden bis heute nicht gefunden.
Auch bei der jahrelangen Belagerung von Sarajewo ließ Mladić seine Scharfschützen wahllos auf Zivilisten schießen. Eine regelrechte Menschenjagd, die 11.000 Opfer forderte, darunter mehr als 1600 Kinder.
Nun ist der „Schlächter von Bosnien“ im Gefängnis gestorben. Vor ein paar Monaten erst beantragten seine Anwälte, ihn wegen Krankheit aus der Haft zu entlassen – als Geste der Humanität. Was für eine anmaßende Forderung für einen Menschen, dem alles Menschliche fremd war.
Jetzt ist sogar von einem „Staatsbegräbnis mit höchsten Ehren“ die Rede. Der Mann, der wegen Völkermords verurteilt wurde und doch nie Reue zeigte, würde dann wie ein Held zu Grabe getragen werden. Und könnte sogar im Tod noch einmal triumphieren – über die Opfer und all jene, die das Grauen und der Schmerz nie verlassen haben.
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