Im wahrsten Sinne lebensrettend ist das Wiener Hochquellwasser bei den beiden Föhrenwaldbränden für die Einwohner von St. Egyden gewesen. Denn der Hochquellspeicher am Steinfeld in Niederösterreich kann bei verheerenden Bränden angezapft werden. Am Freitag, dem 4. September, kann man ihn besichtigen.
„Ohne dieses Wasser hätten wir keine Chance gehabt. Ich wüsste nicht, woher wir sonst so viel Löschwasser hernehmen hätten sollen“, sagt Bürgermeisterin Christa Tisch. Die Menge, die es brauchte, um der Flammen Herr zu werden, entspricht dem Wasserverbrauch der Wiener für ganze drei Tage (rund 1,2 Milliarden Liter).
90 Prozent aus Hochquellwasserdepot
Entnommen wurde es dem Trinkwasserspeicher in Neusiedl am Steinfeld (einem Ortsteil von St. Egyden), der gerade gewaltig erweitert wird. „Ja, wir dürfen dieses Wasser nutzen und über zwei Zapfstellen entnehmen. 90 Prozent des Löschwassers bei den Föhrenwaldbränden kamen von dort“, erzählt Bezirksfeuerwehrkommandant Mario Lukas über die beiden Flammeninfernos.
Einblicke in die Baustelle
Am Freitag wird die Baustelle des größten geschlossenen Trinkwasserspeicher der Welt zum ersten Mal für die Bevölkerung zu besichtigen sein. Die Idee dazu kam von der Gemeinde, Wiener Wasser hielt das für gut, schildert die Ortschefin.
Die riesige Baustelle darf von allen Interessierten besucht werden – nicht nur von Ortsbürgern. Dabei können die Gäste auch einen Blick auf die neu entstehenden Wasserkammern werfen. Derzeit fasst der Wasserspeicher aus den 1950er-Jahren 600 Millionen Liter. Nach dem Gesamtausbau soll er mehr als eine Milliarde in acht Kammern bunkern. Und wer das Wasser trinken möchte, kann es beim Kreisverkehr kostenlos abzapfen.
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