Immer mehr Pendler

Kärntner fahren immer mehr auf die Bahn ab

Kärnten
31.08.2026 07:01
Porträt von Kärntner Krone
Von Kärntner Krone

Das Reisen und Pendeln mit dem Zug bringt in vielen Fällen eine Zeitersparnis mit sich – das erkennen immer mehr Kärntner. Trotzdem hinkt das Angebot noch hinterher.

Mit der Eröffnung der Koralmbahn wurde in Kärnten ein komplett neues Bahn-Zeitalter eingeleitet. Denn nicht nur die Verbindung in Richtung Graz und nach Wien wurde durch den neuen Schienenstrang drastisch verkürzt, sondern auch innerhalb des Bundeslandes wurde das Angebot ausgebaut und adaptiert.

Vorteile auf der Schiene
Genau diese Veränderung zeigt sich auch beim diesjährigen Bahntest des Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Zwei Drittel der Kärntner Fahrgäste nutzen vermehrt das Angebot auf Schiene, während sie früher die jeweilige Strecke mit dem Auto zurückgelegt haben. Und der Umstieg auf die Bahn bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: „Weniger Staus, weniger Abgase, weniger Unfälle und dort, wo es gute öffentliche Verkehrsverbindungen gibt, sind die Mobilitätskosten für Haushalte niedriger“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Zitat Icon

Kosten und Zeit sind zentrale Einflussfaktoren für die Verkehrsmittelwahl. Wer häufig mit Bahn oder Bus mobil ist, spart sich mit dem Klimaticket viel Geld.

VCÖ-Experte Michael Schwendinger

Auch die sonst so leidenschaftlichen Autofahrer zeigen große Bereitschaft auf den Zug umzusteigen. „22 Prozent der Fahrgäste gaben an, dass sie viele Autofahrten auf die Bahn verlagern könnten.“ Ob sie es am Ende auch wirklich tun, ist offen. Aber die gestiegenen Treibstoff- und Erhaltungskosten für Autos beschleunigen diesen Trend.

Noch einiges an Nachholbedarf
Fest steht, dass trotz der großen Bereitschaft, die Bahn zu nutzen, Kärnten noch einiges an Nachholbedarf beim Angebot hat. Kürzere Gesamtreisezeiten, häufigere Bahnverbindungen, insbesondere am Tagesrand und an Sonn- und Feiertagen sowie mehr Park-&-Ride-Plätze werden als Wunsch geäußert.

Daher sieht Schwendinger die Politik in der Pflicht: „Die Raumordnungspolitik der Gemeinden und Städte hat großen Einfluss auf das Mobilitätsverhalten. Zersiedelung und Betriebsansiedlungen auf der grünen Wiese außerhalb der Zentren verursachen mehr Autoverkehr.“

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