Mit 36 Kilogramm Steinpilzen wurden zwei Italiener im Wipptal erwischt. Nicht der einzige Großaufgriff der Tiroler Bergwacht in diesen Tagen, wie ein Ortsstellenleiter im „Krone“-Gespräch erzählt. Die Saison hat spät begonnen, könnte aber lange dauern, wie Pilzforscher Martin Kirchmair weiß.
Der Ötztaler Radmarathon hat am Sonntag im Wipptal für Entspannung gesorgt – zumindest im Wald. Viele pilzverrückte Italiener haben die Fahrt über den Brenner wegen des Rennens gescheut.
Ansonsten reißt die Kolonne der Schwammerljäger aus dem Süden derzeit nicht ab. „Wir müssen schon sehr präsent sein, sonst räumen einige die Wälder leer. Es gibt viele Hobby-Sammler, die sich an die Zwei-Kilo-Regel halten, aber leider auch professionelle Pilzjäger, die damit Geschäft machen wollen und kein Limit kennen“, weiß Günther Eiter, Einsatzstellenleiter der Bergwacht Steinach und Umgebung, aus jahrzehntelanger Erfahrung.
Eiter und sein ehrenamtliches Team haben zuletzt zwei Italiener mit 36 Kilogramm Steinpilzen erwischt. 32 Kilo wurden dem Duo abgenommen, ebenso wie 360 Euro Sicherheitsleistung. „Ohne Sanktionen geht es nicht“, meint Eiter.
Allein am Freitag und Samstag hat sein Team 117 Kontrollen durchgeführt. „In Summe haben wir neuerlich rund 20 Kilo Pilze abgenommen, 41 Leute verwarnt, sechs Organmandate für kleinere Vergehen verteilt und in sieben Fällen Sicherheitsleistungen eingehoben“, zieht Eiter Bilanz.
Friedliche Wanderer und aggressive Profisammler
Was den erfahrenen Bergwächter ärgert, ist die zunehmende Aggressivität einiger Zeitgenossen: „Die normalen Ausflügler sind kooperativ und einsichtig. Aber die professionellen Sammler setzen unseren Leuten ganz schön zu.“
Wenn das Wetter passt, muss die Bergwacht heuer wohl noch lange Pilzkontrollen durchführen. Nach langer Trockenheit sprießt es im Wald. „Gut möglich, dass bis Oktober viel zu holen ist“, meint Martin Kirchmair, Pilzforscher und Obmann vom Tiroler Pilzverein in Jenbach. Dort können Pilzjäger immer sonntags Funde begutachten lassen.
Auch zwei Pilzexkursionen stehen in diesem Jahr noch auf dem Programm. Jene am vergangenen Wochenende war gut besucht und die Teilnehmer haben die Pilzvielfalt in den heimischen Wäldern kennengelernt.
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