Starke Rückgänge

Trockenheit sorgt für Kahlschlag bei Amphibien

Steiermark
29.08.2026 18:00

In der Steiermark ohnehin schon stark gefährdete Frösche und Kröten leiden massiv unter dem heurigen Wetter. Arten drohen auszusterben.

Sie sind die stillen, kaum wahrgenommenen Leidtragenden der Rekord-Trockenheit: Frösche, Kröten, Molche & Co. Als „Katastrophen-Mix“ für heimische Amphibien bezeichnet der Österreichische Tierschutzverein die heurigen Witterungsbedingungen. „Die Situation ist doppelt problematisch: Ihre Laichgewässer trocknen aus, gleichzeitig verlieren sie geeignete Landlebensräume“, sagt Vereinssprecher Alexios Wiklund.

So sinken Fortpflanzungs- und Überlebenschancen der ohnehin schon stark in Bedrängnis geratenen heimischen Lurche weiter – in der Steiermark gelten bereits alle Arten in unterschiedlichem Ausmaß als gefährdet, teilweise als vom Aussterben bedroht.

Moorfrösche – Männchen färben sich in der Paarungszeit blau – leiden in der Steiermark besonders ...
Moorfrösche – Männchen färben sich in der Paarungszeit blau – leiden in der Steiermark besonders unter Dürre.(Bild: Dr. Marc Sztatecsny)

Moorfrosch droht in der Steiermark auszusterben
Dazu zählt etwa der Moorfrosch. „In der Südsteiermark ist es dramatisch. In den letzten zehn Jahren ist die Population um 98 Prozent zurückgegangen“, sagt Biologin Eva Bernhart von der Berg- und Naturwacht. Bei den Rabenhof-Teichen, dem größten Moorfrosch-Habitat der Steiermark, zählte man vor zehn Jahren zur Laichsaison noch an die 10.000 Tiere in den Kübeln entlang des Amphibienzauns. Heuer waren es 30 (!).

„Wir hatten bei den Zählungen im Frühjahr generell dramatische Einbußen“, sagt Bernhart. Viele Gewässer waren schon früh ausgetrocknet, die Fortpflanzungsrate dürfte heuer deutlich gesunken sein. Die anhaltende Sommerhitze und Dürre hat dann auch noch die Landlebensräume der Tiere beeinträchtigt.

Auch wenn man das Wetter nicht unmittelbar beeinflussen kann: „Wir können Maßnahmen setzen, etwa Feuchträume wiederherstellen und Laichgewässer schaffen“, sagt die Amphibienexpertin. Dazu gebe es auch einige Projekte seitens des Landes. Und: „Jeder Einzelne kann etwas bewegen, jede Feuchtfläche im Garten bringt der Tierwelt was.“

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