An Immobilienfirma

US-Regierung will Teil von Nationalpark verkaufen

Außenpolitik
29.08.2026 10:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump prüft bereits seit mehr als einem Jahr die Möglichkeit, ein kleines Stück Land des Yosemite-Nationalparks an ein privates Immobilienunternehmen zu verkaufen. Naturschützer sehen „Angriff auf amerikanisches Volk“, der geplante Verkauf führte bereits zu Protesten. 

Die Regierung habe mehrere Optionen geprüft zur Veräußerung eines etwa 400 Meter breiten Streifens des weltbekannten kalifornischen Nationalparks an den Immobilienentwickler Kingsbarn Realty Capital, berichtete die US-Nachrichtenwebsite „Notus“ am Freitag.

Straße durch den Nationalpark
Die im benachbarten Bundesstaat Nevada ansässige Immobilienfirma hatte 2024 ein etwa 35 Hektar großes Stück Land am Rande des Yosemite-Nationalparks erworben. Kingsbarn-Chef Jeff Pori möchte dem Bericht zufolge eine Straße bauen, um dieses Land an eine der Hauptstraßen durch den Nationalpark anzuschließen.

Im Yosemite-Nationalpark kann man auch beeindruckende Granitfelsen bewundern.
Im Yosemite-Nationalpark kann man auch beeindruckende Granitfelsen bewundern.(Bild: AP/Ben Margot)

Privilegierter Zugang angestrebt
Dadurch sollte das Land in Privatbesitz einen privilegierten Zugang erhalten, berichtete die Website unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Kreise. Im Gegenzug soll die Nationalparkbehörde ein gleichwertiges Stück Land in einem anderen Gebiet Kaliforniens erhalten, das noch zu bestimmen sei.

Das US-Innenministerium räumte entsprechende Verhandlungen ein. Bisher sei aber „keine endgültige Entscheidung“ gefallen, hieß es in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. In der Sache werde ohne politischen Druck und unter Beachtung aller erforderlichen Umweltprüfungen sowie der Einbindung der Öffentlichkeit entschieden.

„Angriff auf amerikanisches Volk“
Kingsbarn äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem geplanten Geschäft. US-Wahldokumente belegen, dass Firmenchef Pori häufig an die Republikanische Partei gespendet hat und an Organisationen, die Wahlkampfspenden für Trump sammeln.

Der Verband für den Schutz der Nationalparks in den USA (NPCA) kritisierte die Pläne entschieden. Es handle sich um einen „Angriff auf das amerikanische Volk, dem der Nationalpark gehört“, erklärte der für das Gebiet zuständige NPCA-Vertreter Mark Rose.

Die Gewerkschaft der Beschäftigten des Yosemite-Nationalparks äußerte sich „entsetzt“ über Pläne, öffentliches Land für private Interessen zu opfern. Dies sei „anti-ethisch“.

Für Granitfelsen oder Gletscher bekannt
Der Yosemite-Nationalpark ist international für seine Granitfelsen, seine Gletscher, Seen, Mammutbäume und seine Tierwelt bekannt. Das Gebiet steht bereits seit 1864 unter Schutz. Laut NPCA-Vertreter Rose leidet der Nationalpark allerdings unter einer „Krise des übermäßigen Andrangs“ von Besuchern, die die US-Regierung dieses Jahr verstärkt habe durch die Streichung einer Regelung zur Registrierung von Fahrzeugen, die durch den Nationalpark fahren wollen.

  Trumps Regierung hat immer wieder Umweltschutzregeln zurückgefahren und staatliches Land zur Bebauung freigegeben. So schaffte sie diesen Monat eine Regelung ab, die in nationalen Wäldern die Abholzung und den Bau von Straßen untersagte.

Senator: Trump-Regierung interessiert sich nur für Geld
Der demokratische US-Senator Adam Schiff, der für Kalifornien in der Kongresskammer sitzt, warf der US-Regierung vor, sie interessiere sich nur für Geld. Der Yosemite-Nationalpark sei „eines von Kaliforniens Naturwundern und muss vor weiterer Bebauung geschützt werden“, erklärte er.

Trumps Regierung hat immer wieder Umweltschutzregeln zurückgefahren und staatliches Land zur Bebauung freigegeben. So schaffte sie diesen Monat eine Regelung ab, die in nationalen Wäldern die Abholzung und den Bau von Straßen untersagte.

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