Bundeskanzler Christian Stocker hat in Berlin jüngst mit anderen Staatschefs gegen den geplanten EU-Finanzrahmen gewettert. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sollte der Block der sogenannten Nettozahler Einigkeit demonstrieren. Blöd nur, dass der deutsche Bundeskanzler gleich zu Beginn strauchelte ...
Friedrich Merz hatte offensichtlich Schwierigkeiten seine Gäste der versammelten deutschen Presse vorzustellen. Oder besser gesagt: einen Gast. Es wirkte beinahe so, als hätte er den Nachnamen von Stocker vergessen, als er die Pressekonferenz eröffnete.
Aus Stocker wurde „Christian“
Seine dänische Kollegin Mette Frederiksen präsentierte er noch staatsmännisch. Bei der Aussprache von Finnlands Premierminister stolperte der Christdemokrat erstmals und bei Stocker folgte dann ein Blackout. Bei unserem Bundeskanzler reichte es nur noch für „Christian“ – peinliche Nachdenk-Pause („Ähm ...“) inklusive.
Die Pressekonferenz-Eröffnung von Merz im Wortlaut, die beschriebene Szene sehen Sie ab Sekunde 20:
Den peinlichen Stolperer versuchte Merz schnell zu überzeichnen, sprach fortan nur noch die Vornamen der beteiligten Staatschefs aus. Stocker hingegen griff nicht ein – und ließ sich nichts anmerken. Dass der ÖVP-Chef später erklärte, dass alle Anwesenden in der Sache „mit einer Stimme“ sprechen würden, rundete den skurrilen Vorfall ab.
Denn inhaltlich gab es tatsächlich nichts zu lachen. Die anwesenden EU-Nettozahler waren bei Merz, um sich auf die heiße Phase der Verhandlungen für den neuen EU-Finanzrahmen für die Periode von 2028 bis 2034 abzustimmen. Dieser soll auf zwei Billionen Euro steigen.
„Die Nettozahler sind nicht der Bankomat der EU“, ließ sich Stocker zitieren. Die Gruppe, die sich in Berlin zusammengefunden habe, erweitert um die Niederlande und Schweden, stelle einen Hauptteil des gesamten Finanzvolumens der Europäischen Union zur Verfügung. „Daran sieht man ja, dass wir uns nicht aus der Verantwortung stehlen.“ Jedoch könne man nicht Probleme mit Geld zuschütten.
Mit einer Metapher brachte der Bundeskanzler seinen deutschen Amtskollegen Merz immerhin laut anwesenden Journalisten zum Schmunzeln. „Wir müssen die Rechnung mit dem Wirt machen und nicht nur mit den Gästen“, erklärte er hinsichtlich der Finanzpläne aus Brüssel. Vielleicht bleibt das in Erinnerung ...
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