Gelungene Integration

Wie kleines Dorf über Grenzen weit hinauswächst

Niederösterreich
29.08.2026 13:00

875 Jahre Pfarre wird in Eibenstein bei Raabs an der Thaya am Sonntag gefeiert. Warum das kleine Dorf und die umliegenden Orte ein leuchtendes Beispiel für gelebte Gemeinschaft und Integration sind.

Das kleine Dorf Eibenstein in der Waldviertler Gemeinde Raabs an der Thaya hat nur 50 Einwohner. In der Pfarre, die sechs Orte miteinander verbindet, leben lediglich 190. Was die Kommune dort aber wo wertvoll macht, sind viele besondere Menschen, die sich selbstlos für die Gemeinschaft einsetzen und diese jeden Tag leben.

Zahlen alleine, wie der Anteil von 70 Prozent Katholiken unter dem derzeitigen Pfarrer Pius Ulrich oder dass sich 64 Menschen bei der Feuerwehr engagieren, geben nur wenig Eindruck von dem, was dort von so vielen gelebt wird.

Vom Kinderwunsch zur neuen Jungschar
Ein aktuelles Beispiel gibt Pfarrkirchenrat Stefan Baumgartner, der im Sommer mit dem siebenjährigen Elias über den Wunsch diskutierte, einmal ein Zeltlager zu veranstalten. „Das führte zum ersten Lager einer neu gegründeten Jungschar“, lacht Baumgartner. Das Zelteln war dabei etwas ganz Besonderes, denn 20 Kinder lieferten sich nicht nur eine Wasserschlacht oder grillten gemeinsam – fünf erwachsene „Wikinger“ gestalteten eine Schnitzeljagd durchs Dorf. Es folgte große Resonanz, sodass bereits 30 Personen der Schar angehören.

So funktioniert Integration in der Praxis
Auch in Sachen Integration leistet die Gemeinschaft vorbildliches. So zog vor acht Jahren eine palästinensische Familie, die aus Syrien flüchten musste, in die einstige Volksschule gegenüber dem Feuerwehrhaus. Schnell verlor der damals 14-jährige Moustafa die Scheu vor den „Fremden“ und er bot seine Hilfe beim Erdäpfelschneiden für den Punschstand an. Heute sind er und sein Bruder Saed fixe Mitglieder bei der Feuerwehr, die trotz islamischen Glaubens mit den Florianis an Feiertagen auch in die Kirche mit „ausrücken“.

Und auch sonst bleibt man in Eibenstein rasch „picken“: So erbte ein 19-jähriger Wiener ein Haus – nach zwei Jahren zog er mit seiner Freundin in das Dorf und fand auch wider Erwarten einen hochqualifizierten Job in seiner Branche.

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