Das CO₂-Speicherverbot soll also aufgehoben werden. Nach der politischen Einigung auf das Klimaziel 2040, in dem Österreich seinen CO₂-Ausstoß bis 2040 auf null setzen will, soll da wohl gleichzeitig ein Schlupfloch für alle Umweltsünder geschaffen werden. Motto: Blast eure Emissionen ruhig weiterhin in die Luft, das CO₂ vergraben wir einfach unterirdisch!
Abgesehen von den hohen Kosten für die benötigte Infrastruktur erinnert das Vorgehen an die Atommüll-Endlager. Henning Mankell hat es in seinem letzten Buch „Treibsand – Was es heißt, ein Mensch zu sein“ eindringlich beschrieben. 100.000 Jahre – kein Mensch kann sich diese Zeitspanne vorstellen – bleibt radioaktiver Abfall in unterirdischen Lagern verborgen in der Hoffnung, dass die Menschheit ihn vergisst. Weil er 100.000 Jahre lang gefährlich bleibt.
Gut, CO₂ ist kein tödlicher Müll und mineralisiert sich irgendwann im Gestein, falls es nicht entweicht. Und die Lagerung soll „nur vorübergehend“ stattfinden. Aber die Illusion ist dieselbe: Man sperrt Müll, den keiner haben will, weg und glaubt, das Müllproblem verschwindet damit.
Was werden unsere Kinder und nachkommenden Generationen einmal über uns denken, wenn sie vor Atommülllagern und riesigen CO₂-Speichern stehen?
Dass wir nicht fähig waren, die Welt für sie zu bewahren. Dass wir Atommüll und CO₂ lieber vergraben haben, als weniger zu produzieren. Dass wir Probleme nicht gelöst, sondern in die Zukunft verschoben haben – in ihre Zukunft.
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