Kampf ums Überleben

E-Scooter-Unglück erinnert an Todesdrama

Oberösterreich
28.08.2026 08:00

Ein 30-jähriger E-Scooter-Fahrer aus Bad Hall in Oberösterreich ringt nach einem Zusammenprall mit einem Auto um sein Leben. Dieser Unfall erinnert an ein Unglück vor fast genau einem Jahr, bei dem ein 14-jähriges Mädchen starb und ein dessen Freundin für immer gezeichnet ist.

Zweimal musste ein verunglückter 30-jähriger E-Scooter-Fahrer in Bad Hall reanimiert werden, ehe der Schwerstverletzte am Mittwoch – wie berichtet – ins Linzer Uniklinikum geflogen werden konnte. Dort befand sich der Bad Haller, der gegen den Wagen einer Steyrer Familie geprallt war, am Donnerstag in kritischem Zustand auf der Intensivstation.

In beiden Fällen kein Helm getragen
Der Unfall passierte beinahe auf den Tag genau ein Jahr nach der Tragödie von Schlierbach, wo zwei 14-jährige Mädchen auf ihrem E-Scooter gegen ein Auto prallten. Auch sie trugen, wie der Bad Haller, keinen Helm. Jenes Mädchen, das den Scooter lenkte, starb, seine Freundin überlebte mit schweren Dauerfolgen.

Gesetz angepasst
„Bitte tragt einen Helm“, hatte der Vater der verstorbenen Rosa damals appelliert, und inzwischen wurde auch das Gesetz angepasst. So dürfen Kinder unter zwölf Jahren nicht alleine auf E-Scootern unterwegs sein. Die Helmpflicht gilt bis zu einem Alter von 16 Jahren, und es darf kein „Beifahrer“ mitgenommen werden. Außerdem müssen E-Scooter mit Blinker und Hupe ausgestattet sein.

Mehr als 1000 Verletzte allein in Oberösterreich pro Jahr
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Verletzten ist in den vergangenen Jahren aufgrund der wachsenden Zahl der verwendeten Fahrzeuge förmlich explodiert – in Oberösterreich waren es im Vorjahr mehr als 1000. Dabei sind schwere Kopfverletzungen an der Tagesordnung, vor allem, wenn kein Helm getragen wird. Und jene, die ihren Kopf nicht schützen, sind – laut einer Auswertung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit – in der Mehrheit. Kaum 20 Prozent der E-Scooter-Fahrer tragen einen Helm. Bei jenen, die einen Leih-Scooter verwenden, ist es kaum ein Prozent. Etwa jeder vierte Unfall ist ein Zusammenprall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer.

Typisches E-Scooter-Opfer
Dabei ist der „Gegner“ in weit mehr als der Hälfte der Fälle ein Auto. Das „typische“ E-Scooter-Unfallopfer ist männlich und jünger als 40 Jahre – also genau wie jener Bad Haller, der nun auf der Intensivstation um sein Leben ringt.

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