Terminal geplant

Größte Reederei der Welt spaltet eine Gemeinde

Oberösterreich
27.08.2026 09:00

Die Reederei MSC plant in Vöcklamarkt ein Container-Terminal. Das Projekt ist äußerst umstritten, weil mit einem massiven Anstieg des Verkehrsaufkommens gerechnet wird. Dass während der Debatte der Ortschef nach sechs Jahren im Amt zurücktrat, heizt die Gerüchteküche ordentlich an. 

Von wegen Sommerruhe! In Vöcklamarkt ging es in der Ferienzeit so heiß her, wie nie zuvor. Grund sind die bekannt gewordenen Pläne für einen neuen Container-Terminal der weltgrößten Reederei, der Mediterranean Shipping Company (MSC), im Gewerbegebiet West. Im Zuge des Projekts soll eine über 20.000 Quadratmeter große Lagerhalle errichtet werden. Für den Gütertransport müsste nicht nur der Bahnanschluss auf sieben Gleise ausgebaut, sondern nun auch eine knapp zwei Kilometer lange Zufahrtsstraße errichtet werden.

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Wir brauchen kein Terminal. Das gibt es in Wels, Salzburg oder Enns, wo es einen Autobahnanschluss gibt.

Christine Pötzlsberger, Gemeindevorständin

„Mit den Plänen für die neue Straße haben die Projektwerber für ein Umdenken gesorgt und nach anfänglicher breiter Ablehnung plötzlich Befürworter bekommen. Wir brauchen kein Terminal. Das gibt es in Wels, Salzburg oder Enns, wo es einen Autobahnanschluss gibt“, lehnt Grünen-Gemeindevorständin Christine Pötzelsberger ein Container-Areal strikt ab. „Das Verkehrsaufkommen würde sich enorm erhöhen. Für die Betriebszufahrt müssten 21.000 Quadratmeter land- und forstwirtschaftliche Flächen versiegelt werden“, meint Pötzelsberger. Die von ihr ins Leben gerufene Online-Petition unterstützten binnen weniger Tage bereits 3000 Personen.

Ortschef trat zurück
Fast zeitgleich mit dem Start der Petition verkündete Bürgermeister Alois Six (ÖVP) seinen Rücktritt nach nur sechs Jahren – wir berichteten. „Dieser Schritt ist mir nicht leichtgefallen, ist aber eine bewusste persönliche Entscheidung mit Blick auf die kommenden Jahre“, wollte der Ortschef nicht auf Gerüchte eingehen. So soll Six das Terminal ablehnen, die ÖVP sich bei dem Thema uneinig sein. „Es wurde aus der Wirtschaft auf ihn enormer Druck aufgebaut, um gegen die Interessen der Vöcklamarkter zu stimmen, weswegen er zurücktrat“, so ein örtlicher Unternehmer zur „Krone“, der das Terminal auch ablehnt: „Durch die Vollautomatisierung werden nur wenige Arbeitsplätze entstehen, dafür müssten sehr viele Menschen leiden.“ 

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