Berglandmilch will OM

Heikle Molkerei-Fusion: Erste Hürde ist genommen

Steiermark
27.08.2026 13:23

Die nächste große Fusion im Molkereigeschäft steht bevor: „Riese“ Berglandmilch aus Oberösterreich will die deutlich kleinere Obersteirische Molkerei mit Sitz in Knittelfeld übernehmen. Die erste Hürde dafür wurde genommen.

Es war ein Paukenschlag für gut 1200 Landwirte, die Milch an die Obersteirische Molkerei (OM) liefern: Mitte August wurden sie darüber informiert, dass Marktführer Berglandmilch aus Wels das Molkereigeschäft der Genossenschaft mit Sitz in Knittelfeld übernehmen will. Und es wird Tempo gemacht: Bereits am Dienstag stimmten Aufsichtsrat und Vorstand von OM einstimmig für die Übernahme.

Wie Geschäftsführer Michael Riegler der „Krone“ bestätigt, finden in der nächsten Woche im Einzugsgebiet der Molkerei – von Semmering bis nach Tamsweg – Informationsveranstaltungen für die Genossenschaftsmitglieder statt. Unter diesen herrscht– trotz Aussicht auf ein etwas höheres Milchgeld – Verunsicherung, gerade weil Berglandmilch gemeinsam mit NÖM den österreichischen Markt dominiert. Können kleine, peripher gelegene Landwirte da noch als Lieferanten im Spiel bleiben? Vorerst wird beruhigt: Die Milch werde weiterhin abgeholt.

Sorge um Standort Kapfenberg
Laut einem Bericht des „Standard“ gilt der OM-Standort Kapfenberg als Sorgenkind. Hier seien Investitionen von 45 Millionen Euro notwendig. Eine Information, die vom Unternehmen am Donnerstag nicht bestätigt wurde. 

Die Entscheidung fällen die 2400 Genossenschafter der Obersteirischen Molkerei bei einer Generalversammlung am 15. September. Laut Riegler ist jedes Mitglied stimmberechtigt, es braucht eine Zweidrittelmehrheit. „Danach muss die Berglandmilch abstimmen bzw. ist dafür die generelle Genehmigung der Bundeswettbewerbsbehörde notwendig“, so Riegler weiter.

Fakten

  • Die Obersteirische Molkerei erzielte im Vorjahr einen Umsatz von 374 Millionen Euro. Sie hat 664 Mitarbeiter und rund 1200 Milchlieferanten, pro Jahr werden etwa 188 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet. Ein wichtiger Abnehmer ist die Handelskette Hofer („Zurück zum Ursprung“).
  • Der Umsatz der Berglandmilch lag zuletzt bei 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. Sie hat 8000 Lieferanten. In der Steiermark verfügt sie bisher über Standorte in Voitsberg und Stainz.

Immer höhere Marktkonzentration
Erst in der jüngeren Vergangenheit kam es zu großen Zusammenschlüssen am heimischen Molkerei-Markt. So hat die NÖM die Vorarlberg Milch übernommen, die Salzburg Milch fusionierte mit der Pinzgau Milch. Von der aktuell geplanten Fusion in der Obersteiermark soll nur die Molkerei von OM betroffen sein, nicht andere Bereiche wie Lagerhäuser oder ein Forst-Tochterunternehmen.

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