Die nächste große Fusion im Molkereigeschäft steht bevor: „Riese“ Berglandmilch aus Oberösterreich will die deutlich kleinere Obersteirische Molkerei mit Sitz in Knittelfeld übernehmen. Die erste Hürde dafür wurde genommen.
Es war ein Paukenschlag für gut 1200 Landwirte, die Milch an die Obersteirische Molkerei (OM) liefern: Mitte August wurden sie darüber informiert, dass Marktführer Berglandmilch aus Wels das Molkereigeschäft der Genossenschaft mit Sitz in Knittelfeld übernehmen will. Und es wird Tempo gemacht: Bereits am Dienstag stimmten Aufsichtsrat und Vorstand von OM einstimmig für die Übernahme.
Wie Geschäftsführer Michael Riegler der „Krone“ bestätigt, finden in der nächsten Woche im Einzugsgebiet der Molkerei – von Semmering bis nach Tamsweg – Informationsveranstaltung für die Genossenschaftsmitglieder statt. Unter diesen herrscht– trotz Aussicht auf ein etwas höheres Milchgeld – Verunsicherung, gerade will Berglandmilch gemeinsam mit NÖM den österreichischen Markt dominiert. Können kleine, peripher gelegene Landwirte da noch als Lieferanten im Spiel bleiben? Vorerst wird beruhigt: Die Milch werde weiterhin abgeholt.
Sorge um Standort Kapfenberg
Laut einem Bericht des „Standard“ gilt der OM-Standort Kapfenberg als Sorgenkind. Hier seien Investitionen von 45 Millionen Euro notwendig. Eine Information, die vom Unternehmen am Donnerstag nicht bestätigt wurde.
Die Entscheidung fällen die 2400 Genossenschafter der Obersteirischen Molkerei bei einer Generalversammlung am 15. September. Laut Riegler ist jedes Mitglied stimmberechtigt, es braucht eine Zweidrittelmehrheit. „Danach muss die Berglandmilch abstimmen bzw. ist dafür die generelle Genehmigung der Bundeswettbewerbsbehörde notwendig“, so Riegler weiter.
Immer höhere Marktkonzentration
Erst in der jüngeren Vergangenheit kam es zu großen Zusammenschlüssen am heimischen Molkerei-Markt. So hat die NÖM die Vorarlberg Milch übernommen, die Salzburg Milch fusionierte mit der Pinzgau Milch. Von der aktuell geplanten Fusion in der Obersteiermark soll nur die Molkerei von OM betroffen sein, nicht andere Bereiche wie Lagerhäuser oder ein Forst-Tochterunternehmen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.