Schönste Wanderrouten

Vom „Erlebnisberg“ ins versteckte, stille Rellstal

Vorarlberg
28.08.2026 12:10

Vom Außergolm geht es vorbei an der Platzis Alpe und hinab durch einen lichten Bergwald ins verwunschene Rellstal. Dabei wird man vom grandiosen Panorama der Bergwelt des Rätikons begleitet.

Der Golm ist ein bestens erschlossenes Wander- und Skigebiet der Illwerke-VKW im Montafon, das vor allem Familien mit zahlreichen Angeboten wie dem Waldrutschenpark, der Sommerrodelbahn und weiteren Attraktionen anspricht. Wer es ursprünglicher mag und den Trubel der Freizeitanlagen hinter sich lassen möchte, der macht sich von der Bergstation der Golmerbahn auf den Weg Richtung Außergolm.

Tipps & Infos

Typ: gemütliche Wanderung
Dauer: rund zweieinhalb Stunden von Außergolm ins Rellstal, von dort fährt dann ein Wanderbus zurück nach Vandans (wichtig: letzte Fahrt 16.30 Uhr) Ausgangspunkt: Bergstation Golmerbahn
Ausrüstung: Wanderschuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung, Tagesrucksack mit Getränk, bei Bedarf Wanderstöcke
Einkehrmöglichkeiten: Alpgasthof „Rellstal“ (von Juni bis Oktober, Mittwoch ist Ruhetag)
Öffentliche Verkehrsmittel: Der Zustieg zur Golmerbahn ist in Vandans sowie in Latschau möglich – Buslinie 622 vom Bahnhof Vandans bis zur Golmerbahn, Buslinie 601 vom Bahnhof Schruns bis Latschau. Der Wanderbus verkehrt zwischen der Golmerbahn Vandans und dem Rellstal (Kosten: neun Euro ohne Ermäßigung)

Der Wanderpfad führt zunächst durch bewirtschaftete Alpflächen, die durch jahrhundertelange Nutzung entstanden sind und offen gehalten wurden. Auf Höhe der Platzis Alpe verändert sich die Landschaft dann spürbar, die Szenerie wirkt zunehmend ursprünglicher, die offenen Bergwiesen weichen lichten Fichtenbeständen, dazwischen mischen sich Tannen und vereinzelt Lärchen, die von den schroffen Bergen des Rätikons eingerahmt werden. Markante Gipfel wie der wuchtige Saulakopf (2517 Meter) und die Zimba (2643 Meter) dominieren das Panorama. Die Baumreihen werden zunehmend dichter, je weiter man in Richtung Rellstal absteigt und immer mehr Laubbäume gesellen sich zu den Nadelhölzern.

Seit dem späten Mittelalter bewirtschaftet
Das rund sechs Kilometer lange Seitental des Montafons wird vom Rellsbach durchflossen, der bei Vandans in die Ill mündet. Heute ist das Tal vor allem als Ausgangspunkt für Wanderungen in die Bergwelt rund um Zimba, Lünersee und Heinrich-Hueter-Hütte bekannt. Es gibt zwei Haltestellen, die während der Saison regelmäßig vom Wanderbus angefahren werden. Die Geschichte der Alpen in diesem Gebiet reicht bis ins späte Mittelalter zurück. Gemeinsam mit den Maisäßen bilden sie einen wesentlichen Bestandteil der für das Montafon typischen Dreistufenlandwirtschaft. Vieh und Menschen wechseln dabei im Jahreslauf zwischen Tal, Maisäß und höher gelegenen Alpen.

Das Ausgleichsbecken der Illwerke im Rellstal ist sehr naturnah gestaltet und fügt sich gut in ...
Das Ausgleichsbecken der Illwerke im Rellstal ist sehr naturnah gestaltet und fügt sich gut in die Landschaft ein.(Bild: Rubina Bergauer)
Alpenidylle: Die Platzis Alpe, eingerahmt von den majestätischen Bergriesen des Montafons
Alpenidylle: Die Platzis Alpe, eingerahmt von den majestätischen Bergriesen des Montafons(Bild: Rubina Bergauer)

Auch militärgeschichtlich hat das abgelegene Tal eine kleine, aber bemerkenswerte Rolle gespielt: 1799 zogen österreichische Truppen und Montaner Schützen durch das Rellstal in Richtung Schweiz, um gegen die napoleonischen Truppen vorzugehen. Hochwasser und Vermurungen richteten in der Vergangenheit wiederholt Schäden an. Besonders verheerend war das Hochwasser von 1910, das große Teile der landwirtschaftlich genutzten Talböden verschüttete.

Weidenröschen

Weidenröschen wachsen an Wegrändern, auf Wiesen und Böschungen, in lichten Wäldern und auf Waldlichtungen – und sind auch in den Bergen bis in höhere Lagen anzutreffen. In Vorarlberg kommen mehrere Vertreter der Gattung vor, darunter etwa das Zottige Weidenröschen, das Kleinblütige Weidenröschen und das Berg-Weidenröschen. Sie ähneln einander, unterscheiden sich aber unter anderem in Wuchsform, Behaarung, Blütengröße und Standort. Eine sichere Bestimmung ist nicht immer auf den ersten Blick möglich. Charakteristisch für viele Weidenröschen sind die vierzähligen Blüten und die langen, schmalen Blätter. Nach der Blüte entwickeln sich auffallend lange Fruchtkapseln. Wenn diese aufplatzen, werden zahlreiche winzige Samen freigesetzt, die mit einem seidigen Haarschopf versehen sind. Der Wind kann sie über beträchtliche Entfernungen tragen. So gelangen Weidenröschen schnell auf neue, offene Flächen. Nach Kahlschlägen, auf Schutthalden oder an frisch aufgerissenen Böden können sie innerhalb kurzer Zeit ganze Bestände bilden. Gleichzeitig sind ihre Blüten eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Insekten, insbesondere für Wildbienen und andere Arten.

Die Blüten des Weideröschens sind eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Insekten, ...
Die Blüten des Weideröschens sind eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Insekten, insbesondere für Wildbienen und andere Arten.(Bild: Rubina Bergauer)

Unterhalb der Hellster Mariahilfkapelle befindet sich heute ein naturnah gestaltetes Ausgleichsbecken der Illwerke-VKW, das 2017 in Betrieb genommen wurde und 41.500 Kubikmeter Wasser fasst. Der Wanderweg führt von der Platzis Alpe bis zum kleinen Alpgasthof „Rellstal“ auf 1450 Meter Höhe. Hier lässt es sich gemütlich einkehren und das Panorama genießen, während man auf den Wanderbus wartet, der einen wieder nach Vandans retour fährt.

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