Nach einem Jahr Windmessungen steht fest: Das Windpotenzial auf der Vorarlberger Alpe Rauz ist zu gering, um einen Windpark wirtschaftlich betreiben zu können. Das erste Windrad des Bundeslands ist damit in weite Ferne gerückt.
Vorarlberg und die Windkraft, das ist eine schwierige Beziehung. Grundsätzlich besteht zwar der politische Wille, etwaige Windkraftpotenziale zu nutzen, allerdings ist der Widerstand in der Bevölkerung groß, zudem sind die Möglichkeiten aufgrund der topografischen Struktur beschränkt.
Als potenziellen Standort für einen Windpark mit fünf Anlagen hat der Landesenergieversorger Illwerke-VKW die Alpe Rauz am Arlberg ausgemacht. Ein Jahr lang hat man dort mit hohem technologischen Aufwand Windmessungen vorgenommen, nun steht das Ergebnis fest. Und dieses fällt ernüchternd aus: Die Messergebnisse würden zeigen, dass das Windfeld auf der Alpe Rauz inhomogen sei und im Projektgebiet variere, heißt es von den Illwerken. Das beste Windpotenzial gäbe es in den höher gelegenen Bereichen, dort fehle es allerdings am nötigen Platz für die geplanten Anlagen.
Projekt wirtschaftlich nicht darstellbar
Auf Basis der Winddaten wurde auch eine Ertragsprognose für den Windpark erstellt: Demnach weisen die Messungen im Durchschnitt lediglich rund 1000 Volllaststunden aus – das ist viel zu wenig für das geplante Projekt. „Unsere Windparks in Deutschland kommen durchgehend auf Volllaststunden von deutlich über 2000 Stunden. Bei den zudem höheren Investitionskosten aufgrund der alpinen Lage ist ein Projekt auf der Alpe Rauz unter diesen Randbedingungen nicht realisierbar“, spricht Christof Germann, Vorstandsvorsitzender der Illwerke, Klartext.
Vorarlberg bleibt aufgrund seiner natürlichen Voraussetzungen in erster Linie ein Land der Wasserkraft und der Photovoltaik.
Christof Germann
War’s das mit der Windkraft im Ländle?
Er betont, dass sich das Unternehmen weiter zur Windkraft bekenne – aber eben nur dort, wo die Rahmenbedingungen stimmen würden und Projekte ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich vertretbar seien. „Deshalb bauen wir unser Windkraft-Portfolio vor allem an geeigneten Standorten in Deutschland weiter aus. Vorarlberg bleibt aufgrund seiner natürlichen Voraussetzungen in erster Linie ein Land der Wasserkraft und der Photovoltaik“, so der Illwerke-Chef.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Illwerke ihre Windkraft-Pläne fürs Ländle komplett beerdigen. Ab Herbst wird ein weiterer potenzieller Standort evaluiert, nämlich der Klaratsberg in Egg. Es wird aber wohl noch viele Jahre dauern, bis in Vorarlberg das erste Windrad steht – wenn es überhaupt jemals dazu kommt.
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