Lehrer-Gemächlichkeit

„Kaltstart“: Kopf knöpft sich die Schulen vor

Vorarlberg
27.08.2026 14:35
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Am 14. September startet auch in Westösterreich wieder der Unterricht. Wobei man eher von Kaltstart sprechen muss, denn in der ersten Woche „grooven“ sich Lehrer und Schüler erst einmal gemütlich ein. Bei der Wirtschaftskammer Vorarlberg hat man dafür null Verständnis.

Neun Wochen Sommerferien sind bald geschafft – den Kids hat’s vermutlich getaugt, gleichzeitig standen die Eltern in Sachen Kinderbetreuung vor großen Herausforderungen. So wie jedes Jahr galt es, ein eklatantes Missverhältnis zu kompensieren: Bekanntlich stehen den neun Wochen Sommerferien fünf Urlaubswochen, die Angestellte in Österreich durchschnittlich haben, gegenüber. Übers ganze Jahr gesehen kommen bis zu 15 Wochen Ferien zusammen – wenn beide Elternteile in Vollzeit arbeiten, ist das ohne externe Kinderbetreuung und stabiles familiäres Netz kaum zu schaffen, für Alleinerziehende ist dieser Spagat nicht selten eine „Mission impossible“.

Eingeschränkter Unterricht, unklare Stundenpläne
Umso erleichterter werden viele Eltern auf den Schulanfang blicken. Allerdings ist in der ersten Unterrichtswoche noch deren Improvisationskunst gefragt: Denn die Realität in Vorarlberg sieht so aus, dass es einige Tage dauert, bis von einem regulären Unterricht die Rede sein kann.

Wirtschaftskammerpräsident Karlheinz Kopf, der sich bereits in der jüngeren Vergangenheit die Schulen aufgrund der miesen Ergebnisse bei den einschlägigen Qualitätsmonitorings wiederholt zur Brust genommen hatte, hat dafür kein Verständnis: Die Schulen hätten schließlich einen Bildungsauftrag zu leisten und dieser müsse vom ersten Schultag an wirksam sein. „Die erste Schulwoche ist Teil des Schuljahres und sollte grundsätzlich regulären Unterricht vorsehen. Kurzfristige oder sehr eingeschränkte Unterrichtszeiten erschweren die Arbeitsorganisation erheblich. Eine moderne Bildungslandschaft muss auch die Lebensrealität berufstätiger Eltern berücksichtigen.“

Zitat Icon

Die erste Schulwoche ist Teil des Schuljahres und sollte grundsätzlich regulären Unterricht vorsehen.

WKV-Präsident Karlheinz Kopf

Zudem bräuchten die Arbeitgeber Planungssicherheit für Dienst- und Urlaubspläne, denn viele Beschäftigte müssten für die erste Schulwoche kurzfristig Lösungen organisieren. Dazu komme, dass jährlich wechselnde Nachmittagsunterrichtstage die Planung von Arbeit, Betreuung und Freizeitaktivitäten deutlich erschwere.

Mehr Planbarkeit, regulärer Unterricht vom ersten bis zum letzten Schultag
Die Forderungen der Wirtschaftskammer sind klar: regulärer Unterricht von der ersten Stunde an, frühzeitige Bekanntgabe der Stundenpläne und eine größere Konstanz bei den Nachmittagsunterrichtstagen über mehrere Schuljahre hinweg. Eine weitere Forderung: ein normaler Unterrichtsbetrieb bis zum Beginn der Sommerferien – denn genauso gemütlich, wie sich die Schulen in ein neues Schuljahr eingrooven, lassen sie dieses auch ausklingen.

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