Historisches Denkmal

Brückenjuwel soll Attraktion für Radfahrer werden

Kärnten
27.08.2026 14:00

Geplanter Abriss der Lippitzbachbrücke in Bleiburg stößt seit vielen Jahren auf Widerstand. Spenden und Unterschriften wurden gesammelt, nun soll ein Interreg-Projekt Geld für Sanierung und Radwegstrecke bringen. 

Ein Juwel, ein Industriedenkmal – die 1895 erbaute Lippitzbachbrücke: Bis 2018 hat die Stahl- und Holzbrücke über den Draufluss noch die Gemeinden Ruden und Bleiburg verbunden. Seit gut 20 Jahren thront knapp 100 Meter darüber der mächtige Brücken-Neubau.

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Wenn es finanzierbar ist, soll unsere Brücke in jedem Fall gerettet werden. Die Sanierung bei der Zufahrt Rinkenberg ist ausgeredet.

Daniel Wrießnig, Bürgermeister

Während des Abwehrkampfes wurde die alte Brücke gesprengt, danach wieder aufgebaut. Seit der Straßensperre vor acht Jahren modert das mehr als 45 Meter lange Brückenjuwel vor sich hin. „Es brennt in meinem Herzen, wenn ich zusehen muss, wie das Kleinod verfällt“, sagt ein 82-jähriger Bleiburger. Hotelier und Brauhauswirt Stefan Breznik, er ist auch Obmann des Tourismusverbandes Geopark-Petzen, ist seit Jahren bemüht, das Juwel zu retten: „Wir haben auch eine Petition ins Leben gerufen. Tausende sind für den Erhalt!“

Stefan Breznik, Obmann des Tourismusverbandes Geopark- Petzen, kämpft seit Jahren um den Erhalt ...
Stefan Breznik, Obmann des Tourismusverbandes Geopark- Petzen, kämpft seit Jahren um den Erhalt des Juwels.(Bild: Dieter Arbeiter)
Tausende Unterschriften wurden für die denkmalgeschützte Brücke gesammelt.
Tausende Unterschriften wurden für die denkmalgeschützte Brücke gesammelt.(Bild: Archiv Kronenzeitung)
Hinter der kleinen Brücke thront heute die „große Lippitzbachbrücke“.
Hinter der kleinen Brücke thront heute die „große Lippitzbachbrücke“.(Bild: Dieter Arbeiter)

Aber seit Jahren herrscht Stillstand. Das Land hat 300.000 Euro für den Abriss des denkmalgeschützten Juwels zur Verfügung gestellt. „Dieses Geld soll nun in die Sanierung fließen“, so Landesstraßenbauchef Volker Bidmon. Ein Abriss kommt für die Kärntner sowieso nicht in Frage! Breznik: „Wir werden alles tun, um das Juwel zu retten!“

Kulturjuwel soll Touristen anlocken
Zuletzt zierten „verbotene Früchte“ wie Kunstwerke den brüchigen Holzboden, jetzt wachsen dort Bäume. Endlich kommt Bewegung auf! „Unser Ziel ist, das Kulturjuwel touristisch in Wert zu setzen und zu erhalten“, erklärt Breznik. Und zwar in Abstimmung mit dem Tourismusverband Klopeiner-See-Südkärnten-Lavanttal, dem Land und den Gemeinden. Hinter einem bereits ausgearbeiteten Projekt steckt Geopark-Manager Gerald Hartmann: „Es geht um eine Rad-Anbindung beim Drauradweg. Darin ist die alte Bahnlinie beim Granitztaltunnel, der Tuffkalkfelsen in Lippitzbach sowie die Auffahrt nach Rinkenberg für Radfahrer und Fußgeher integriert.“ Aber so ein Projekt verschlingt Unsummen. Hartmann: „Die Sanierung der Brücke wird 1,5 Millionen Euro kosten.“

Ein Interreg-Projekt soll 2027 eingereicht werden. Bidmon: „Es gibt tolle Gespräche. Wir werden uns einbringen und diese Initiative unterstützen, wo es geht.“ Die Brücke soll Kärnten mit Slowenien verbinden.

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