Millionen bedroht

Horror in Nepal: Risiko für Gletscherfluten steigt

Ausland
27.08.2026 13:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Grenzgebiet zwischen Nepal und der chinesischen Region Tibet kam es am Mittwoch zu einer gewaltigen Gletscherflut. Aufgrund der Erderwärmung steigt das Risiko dieser „Glacial lake outburst floods“ stark an. Millionen Menschen im Himalaya sind gefährdet. Doch wie entsteht diese Naturgewalt?

Die gewaltige Sturzflut, der zahlreiche Menschen zum Opfer gefallen sind, wurde nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS von einem Gletscherabbruch ausgelöst.

Bei einem Gletschersee-Ausbruchshochwasser oder einem Gletscherlauf kommt es zu einem plötzlichen Wasserausbruch aus einem Gletscher, der dann als Sturzflut talwärts donnert. Infolge der weltweiten Gletscherschmelze erhöht sich das Risiko, insbesondere im Hochgebirge.

Fotos aus Devighat in Nepal:

(Bild: AFP/PRABIN RANABHAT)
(Bild: AFP/PRABIN RANABHAT)
(Bild: AFP/PRABIN RANABHAT)
(Bild: AFP/PRABIN RANABHAT)
(Bild: AFP/PRABIN RANABHAT)
(Bild: AFP/PRABIN RANABHAT)
(Bild: AFP/PRABIN RANABHAT)
(Bild: AP/Niranjan Shrestha)
(Bild: EPA/NARENDRA SHRESTHA)
(Bild: EPA/NARENDRA SHRESTHA)
(Bild: EPA/NARENDRA SHRESTHA)
(Bild: AP/Niranjan Shrestha)
(Bild: EPA/NARENDRA SHRESTHA)

Indien, Pakistan, Peru und China exponiert
Eine 2023 in „Nature“ erschienene Studie kam zu dem Ergebnis, dass weltweit 15 Millionen Menschen den verheerenden Auswirkungen möglicher Gletscherfluten ausgesetzt sind. Die Bevölkerung in den asiatischen Hochgebirgen ist demnach am stärksten gefährdet und lebt im Durchschnitt am nächsten zu einem Gletschersee. Mehr als die Hälfte der weltweit exponierten Bevölkerung ist in nur vier Ländern zu finden – in Indien, Pakistan, Peru und China.

Eisverlust als Gefahr
Den Wissenschaftern zufolge stellen der anhaltende Eisverlust und die Ausdehnung von Gletscherseen aufgrund des Klimawandels eine weltweit bedeutende Naturgefahr dar.

  • Seit 1990 seien die Anzahl, die Fläche und das Volumen der Gletscherseen weltweit rapide gestiegen, und zwar um jeweils rund die Hälfte.
  • Gleichzeitig mit dem raschen Wachstum der Gletscherseen hätten viele Einzugsgebiete flussabwärts einen raschen und starken Anstieg der Bevölkerung, der Infrastruktur und der Wasserkraftwerke erlebt.
Die Karte zeigt das Katastrophengebiet nach einer Sturzflut in Nepal mit vielen Toten und etwa 1.500 Vermissten. Die Karte markiert den Verlauf der Flutwelle nach einem Gletscherabbruch nahe der Grenze zu China. Betroffene Orte entlang des Flusslaufs sind Gyirong, Timure, Syapru Besi, Trishuli Bazar und Ratmate. Kathmandu ist als Referenzpunkt eingezeichnet. Quelle: APA.

Viele Ursachen für Wasserausbruch
Bei einem Gletschersee wird Wasser durch Gletschereis oder eine Endmoräne aufgestaut. Das durch diesen natürlichen Damm gestaute Wasser kann aus einer Vielzahl von Ursachen ausbrechen oder der Damm gänzlich brechen. Zum Versagen kann es durch Erosion, den Aufbau von Wasserdruck, eine Fels- oder Schneelawine, ein Erdbeben oder auch durch Vulkanausbrüche unter dem Eis kommen.

In Indien ist im Oktober 2023 nach Starkregen der Staudamm eines 1200-Megawatt-Wasserkraftwerks gebrochen, in Alaska führte im August 2023 ein Rekord-Gletscherseeausbruch zu extremen Überschwemmungen des Mendenhall River, bei dem mehrstöckige Gebäude weggespült wurden. 2022 zerstörte eine Gletscherflut in Hassanabad eine Brücke, die Pakistan mit China verbindet.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung