Endlich Freiheit

30 Löwen und Tiger starten in ein neues Leben

Klima
27.08.2026 06:00

Der Zoo Luján in Argentinien wurde schon vor Jahren geschlossen. Die Großkatzen blieben trotzdem zurück in der Gefangenschaft. Nun wurde ihnen endlich die Freiheit geschenkt. 

Es ist ein logistisches Mammutprojekt, das selbst für erfahrene Tierschützer außergewöhnlich ist: 30 Löwen und Tiger aus dem ehemaligen Zoo Luján nahe Buenos Aires haben ihre Reise in ein neues Leben angetreten. Neun Tiger und sechs Löwen werden in das Vier-Pfoten-Großkatzen-Schutzzentrum „Lionsrock“ nach Südafrika gebracht. Acht Tiger und sieben Löwen finden bei der Partnerorganisation „The Wild Animal Sanctuary“ in Colorado in den USA eine neue Heimat.

Vier Tage lang bereitete ein internationales Team die Tiere auf die große Reise vor. Einige der Großkatzen gingen nach speziellem Training freiwillig in ihre Transportboxen. Bei anderen war eine Narkose notwendig – stets unter strengster tierärztlicher Aufsicht. Danach ging es per Passagier- und Frachtflug über Kontinente hinweg.

Ein neuer Anfang für gezeichnete Tiere
Für viele der Löwen und Tiger ist dieser Transport weit mehr als nur ein Ortswechsel. Jahrelang lebten sie in kleinen Betongehegen – in einer Umgebung, die ihren natürlichen Bedürfnissen kaum gerecht wurde. Jetzt warten spezialisierte Pflege, medizinische Versorgung und deutlich mehr Raum.

Großkatzen zu transportieren – mitunter kein leichtes Unterfangen.
Großkatzen zu transportieren – mitunter kein leichtes Unterfangen.(Bild: © FOUR PAWS | Hristo Vladev)

Viele Tiere leiden unter den Spuren ihrer Vergangenheit: Zahnerkrankungen, Nierenprobleme, schlecht verheilte Verletzungen und sogar Folgen von Krallenamputationen müssen behandelt werden. Familiengruppen und langjährige Gefährten dürfen jedoch zusammenbleiben. Denn auch Löwen und Tiger können Bindungen knüpfen – und müssen nicht noch einmal verlieren, was ihnen nach all den Jahren geblieben ist.

„Für diese Tiere ist diese Reise der Beginn eines völlig neuen Kapitels. Nach Jahren unter unzureichenden Bedingungen bekommen sie endlich die Chance auf ein Leben, das ihren Bedürfnissen gerecht wird. Zu sehen, wie sie nun in eine bessere Zukunft aufbrechen, ist ein Moment, der unter die Haut geht“, sagt Vier-Pfoten-Aktivistin Elisabeth Penz.

Die Rettung geht weiter
Der ehemalige Zoo Luján war einst berüchtigt dafür, Besuchern direkten Kontakt mit Großkatzen zu ermöglichen. 2020 wurde die Anlage aus Tierschutzgründen geschlossen. Doch die Tiere blieben zurück – und warteten weiter hinter Gittern.

Seit 2025 arbeitet Vier Pfoten gemeinsam mit den argentinischen Behörden daran, mehr als 60 Löwen und Tiger sowie zwei Bären zu retten, medizinisch zu versorgen und langfristig unterzubringen. Bereits im Februar konnten die ersten drei Tiere - zwei Bären und eine Tigerin – in Schutzzentren in Europa übersiedeln.

Die Tiere wissen es noch nicht, doch die Betäubung ist der erste Schritt in Richtung Freiheit.
Die Tiere wissen es noch nicht, doch die Betäubung ist der erste Schritt in Richtung Freiheit.(Bild: © FOUR PAWS | Hristo Vladev)

Mit der Rettung der nunmehr 30 Großkatzen ist ein gewaltiger Schritt geschafft. Doch die Arbeit ist noch lange nicht vorbei. 

„Wir freuen uns über jedes Tier, das endlich in Sicherheit ist. Aber wir dürfen jene nicht vergessen, die noch immer auf ihre Rettung warten. Solange in Luján noch Löwen und Tiger in Not leben, geht unser Einsatz weiter“, so Penz. Für 30 Tiere hat die lange Reise bereits begonnen. Eine Reise, die Tausende Kilometer misst – und für jedes einzelne von ihnen vielleicht nur ein Ziel hat: endlich Freiheit.

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