„Krone“-Kommentar

Babler schmerzbefreit durch die tiefsten Täler

Innenpolitik
27.08.2026 05:54

Es ist nicht edel, aber wahr: Bei den Sommergesprächen wartet man als Zuschauer immer ein wenig darauf, dass es die Befragten in der Schikane aus der Kurve wirft. Im ORF ist das Andreas Babler am Montag ganz ohne Fremdeinwirkung perfekt gelungen. Da hat es den SPÖ-Chef nach einem geistigen Blackout über Schönheitsoperationen auf Staatskosten für Superreiche in vollem Tempo dermaßen über die Leitschienen geschnalzt, dass sogar seine Parteifreunde einigermaßen belämmert aus der Wäsche schauten.

Keine 24 Stunden später saß der Vizekanzler aber schon wieder wohlauf vor den TV-Kameras. Diesmal vor denen von der „Krone“ und er machte dabei einen für seine Verhältnisse fast schon fröhlichen Eindruck.

Das mag am feinen Moderatoren-Duo gelegen haben. Oder auch daran, dass Babler nach dem rasanten Leidensweg seiner Partei in die tiefsten Täler der Umfragen sich bereits völlig schmerzbefreit allen Fragen stellt, die man einem stets am Rand des Abgrunds taumelnden Regierungsmitglied beim besten Willen nicht ersparen kann.

Eine gewisse Verunsicherung kann der Vizekanzler nach dem langen Marsch auf der Suche nach Erfolgen freilich nicht verbergen. So ist sich Babler offenbar nicht einmal mehr sicher, ob er noch ein Linker ist. Dieser doch etwas überraschende Zweifel stimmt zuversichtlich und zeigt, dass der SPÖ-Chef ein nachdenklicher Mensch ist. Und man fragt sich, wo er am Ende seiner Reise politisch noch ankommt?

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