Der frühere Regierungschef Estlands und langjährige EU-Kommissar Siim Kallas ist im Alter von 77 Jahren gestorben.
„Mit tiefer Trauer muss ich mitteilen, dass mein lieber Vater, Siim Kallas, vergangene Nacht verstorben ist“, gab seine Tochter, die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas, bekannt. Eine Sprecherin der estnischen Staatskanzlei bestätigte den Tod.
Kallas hat die Geschicke des baltischen EU- und NATO-Landes seit der wiedererlangten Unabhängigkeit Estlands 1991 so lange mitbestimmt wie kaum jemand anders – als Ministerpräsident, Außenminister, Finanzminister und Zentralbankchef.
Nach dem von ihm mitverhandelten EU-Beitritt Estlands 2004 wurde der als kühler Technokrat geltende Liberale zum EU-Kommissar ernannt. Als Vizepräsident der Brüsseler Behörde war Kallas zunächst für Verwaltung, internes Prüfwesen und Betrugsbekämpfung zuständig, 2010 wurde er Verkehrskommissar.
Bei Präsidentenwahl gescheitert
Nach seinem Ausscheiden aus der EU-Kommission trat Kallas 2016 bei der Präsidentenwahl an – ohne Erfolg. 2019 wechselte er als Abgeordneter in das estnische Parlament, 2024 legte er sein Mandat nieder und zog sich auch aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurück.
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