Investiert Salzburg zu wenig Herz und Geld in den Tierschutz? Beim Budget sind wir Schlusslicht. Nach einem Bundesländervergleich wird jetzt massive Kritik laut. Auch die Tierschutzombudsstelle sie personell unterbesetzt, so der Vorwurf.
Beim Tierschutzbudget liegen zwischen den Bundesländern Welten. Während in Oberösterreich laut einer Erhebung des SPÖ-Parlamentsklubs mehr als zwei Millionen Euro in den Bereich fließen, sind es in der Steiermark sogar 4,66 Millionen. Auch im kleinen Burgenland fließen inklusive Heimtier- und Nutztiernotdienst mehr als zwei Millionen Euro. Salzburg ist beim Budget schon seit Jahren Schlusslicht und bleibt mit 550.000 Euro (inklusive Förderungen für Tierheime und Vereine) weiterhin weit abgeschlagen. Landesrat Maximilien Aigner dazu auf „Krone“-Anfrage: „Wir haben das Budget in den letzten beiden Jahren um 28 Prozent erhöht. Entscheidend ist, dass die Tiere gut versorgt werden, Kontrollen wirksam funktionieren und unsere Tierschutzeinrichtungen gute Rahmenbedingungen vorfinden.“
Die Ausgaben sind unterdurchschnittlich. Beschwerden über Mängel bei Fundtierverwahrung oder bei den Kontrollstellen zeigen, dass sich Salzburg anstrengen muss.
Karin Dollinger, SPÖ-Tierschutzsprecherin
Landesrat: „Haben das Budget bereits erhöht“
Genau hier haken die Kritiker ein: Es gebe bei den Behördenwegen Schwächen. Auch die Tierschutzombudsstelle ist in Salzburg schlechter aufgestellt als in allen anderen Bundesländern. „Es gibt überall mindestens eine Vollzeitkraft. In der Steiermark sind sogar sieben Personen damit betraut“, so SPÖ-Tierschutzsprecherin Karin Dollinger, die dazu in einer Landtagsanfrage mehr wissen will.
Kritisch sieht sie: In Salzburg gibt es nur eine Teilzeitkraft, die bei Bedarf aus der Veterinärdirektion oder der Agrarabteilung unterstützt wird. Garantie auf Weisungsfreiheit gebe es nicht. Zuletzt waren auch vermehrt Beschwerden zu hören. Sie reichen von einer oft schwierigen Erreichbarkeit der Ombudsstelle bis zu Personalnot in Kontrollstellen der Amtstierärzte oder Überlastung in Heimen.
Kastrationspflicht wird zu wenig kontrolliert
Dollinger fordert auch strengere Kontrollen der Kastrationspflicht von Katzen, um die jährliche Schwemme an Katzenbabys zu verhindern, weil die gesetzliche vorgeschriebene Regel oft nicht eingehalten wird.
Die Leidtragenden sind die Tiere selbst, die eine starke Stimme brauchen: Tierschützer wandten sich zuletzt mit Bedenken an die Öffentlichkeit, dass die Abläufe im Tierheim Pinzgau nicht dem Tierwohl entsprechen würden. Dort weist die Leitung Vorwürfe von sich.
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