RB-Boss im Interview

„Farmteam? Das wäre schon sehr weit hergeholt!“

Die Eisbullen erlebten im Sommer einen der größten Umbrüche der vergangenen Jahre. Eishockey-Boss Christian Winkler sprach mit der „Krone“ über die große Kaderveränderung in Salzburg sowie die Eishockey-Philosophie an beiden Standorten in Salzburg und in München. Dabei äußerte sich der Bayer auch zur Kritik der Fans. 

„Krone“: Für Sie als Chef der Red-Bull-Eishockey-Standorte in Salzburg und München war es erneut ein intensiver Sommer. Wie haben Sie ihn erlebt?
Wir haben beide Standorte tiefgründig analysiert. Das ging gleich nach dem letzten Spiel los. Es waren unterschiedliche Maßnahmen nötig. Nach einem guten Sommer bin ich sehr glücklich darüber, wie wir jetzt dastehen.

Wie kann man sich Ihre Aufgabe genauer vorstellen?
Mein Gebiet ist der Sportbereich. Von der Akademie bis hin zu den Profimannschaften in Salzburg und München. Ich habe an beiden Standorten Leute, die mehr im Tagesgeschäft involviert sind. Ich bin dennoch in alle Themen eingebunden. Am Ende versuche ich, alle Dinge im Sinne der Organisation bestmöglich zusammenzufügen.

Im SAP-Garden beantwortete der Bayer die Fragen der „Krone“.
Im SAP-Garden beantwortete der Bayer die Fragen der „Krone“.(Bild: Andreas Tröster)

In Salzburg wurde der Umbruch durchgezogen. War das nach so einer Katastrophensaison unumgänglich?
Viele Spieler waren schon lange im Verein. Ab und an braucht es frisches Blut, auch wenn die Spieler sich verdient gemacht haben. Wichtig war auch, dass wir wieder ein paar Junge nachschieben. Da sind durchaus einige in der Pipeline.

Das heißt, Sie sind mit dem neuen Team zufrieden?
Salzburg ist sehr gut aufgestellt. Von den Imports bis hin zum österreichischen Stamm. Das Ende der letzten Saison hat uns sehr gewurmt und danach haben wir mehrere Steine umgedreht, wie es im Erfolgsfall vielleicht nicht der Fall gewesen wäre. Es gibt keinen Schaden ohne Nutzen. Wenn man die richtigen Lehren daraus zieht, kann ein Schritt zurück auch einer nach vorne werden.

Hieß einer dieser umgedrehten Steine möglicherweise auch Helmut Schlögl?Den braucht man nicht umdrehen. Ich arbeite jeden Tag mit ihm zusammen. Das würde mir als Letztes in den Sinn kommen. Ich schätze ihn unheimlich.

Am Dach der neuen Mega-Arena in München fühlt sich Winkler wohl.
Am Dach der neuen Mega-Arena in München fühlt sich Winkler wohl.(Bild: Andreas Tröster)

Die ganz großen Namen blieben bei den Neuzugängen allerdings aus. War das auch eine Budgetfrage?
Wir hatten immer ein Budget, das eine Rolle gespielt hat. In beiden Ligen gibt es Klubs, die mehr Geld ausgeben. Wir versuchen, mit den sehr guten Mitteln, die wir haben, das Bestmögliche daraus zu machen. Wenn ich höre, dass Geld bei uns keine Rolle spielt, kann ich nur schmunzeln.

Die Fans sahen den Umbruch kritisch. Besonders ärgerten die Wechsel von Salzburg nach München. Verständlich für Sie?
Jeder kann seine Meinung vertreten. Wir in der Organisation müssen uns klar sein, was wir wollen. Dass es Personen gibt, die es weniger sexy finden, wenn ein Spieler von Salzburg nach München wechselt, muss man verstehen. Wer so einen Wechsel nicht versteht, versteht allerdings Red Bull nicht.

Fans sprechen schon vom Münchner Farmteam. Wie viel Wahrheit ist dran?Das wäre schon sehr weit hergeholt. Salzburg ist definitiv kein Farmteam von München, beide Teams spielen in unterschiedlichen Ligen und haben verschiedene Voraussetzungen. Ein Lucas Thaler hätte vielleicht auch nach Skandinavien wechseln können. Nun ist er hier. Adam Brooks ist von München nach Salzburg gewechselt und wird dort alle begeistern. Gleiches galt damals für Matt McIlvane. Wichtig ist mir, dass es nicht immer nur in eine Richtung geht.

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