In der ungewohnten Rolle des Gejagten eröffnet Arsenal am Freitag (21.00 Uhr – im sportkrone.at-Liveticker) gegen Aufsteiger Coventry City die Saison der englischen Fußball-Premier-League. Während die Gunners mit Mikel Arteta auf Kontinuität setzen, hoffen einige der Konkurrenten auf neue Impulse auf der Trainerposition. Am markantesten ist das bei Manchester City, wo nach zehn Jahren die Ära von Pep Guardiola endete. Einer der neun neuen Coaches ist Oliver Glasner, der mit Nottingham Forest angreift.
Nach 22 Jahren verleibte sich Arsenal in der vergangenen Saison endlich wieder den Meistertitel ein. Arteta, seit fast sieben Jahren im Amt und inzwischen dienstältester Liga-Trainer, hat dem Klub das Siegergen eingeimpft, steht nun aber vor einer fast noch schwierigeren Herausforderung: Die erfolgreiche Verteidigung ist bisher nur drei Trainern gelungen: Alex Ferguson (Manchester United), Jose Mourinho (Chelsea) und Guardiola.
Die Konkurrenz hat sich jedenfalls auf Arsenal eingestellt. Vor allem die starke Abhängigkeit von Standardsituationen und enormem körperlichem Einsatz forderte im Saisonfinish ihren Tribut. Mit Bruno Guimaraes kam nun für rund 88 Mio. Euro ein kompletter, physisch starker Mittelfeldspieler von Newcastle. Zudem soll der griechische Flügelspieler Christos Tzolis nach dem Abgang von Leandro Trossard für zusätzliche Kreativität und Torgefahr sorgen.
ManCity: Guardiola-Erbe Maresca steht für Kontinuität
Sechs Meistertitel und der Champions-League-Triumph machten Guardiola bei ManCity zum erfolgreichsten Coach der Clubgeschichte. Nun soll sein einstiger Co-Trainer Enzo Maresca den Übergang moderieren, eine Entscheidung eher für Kontinuität als für einen radikalen Neustart. Nach Platz zwei im Vorjahr erwartet das Umfeld sofort wieder den Titel. Im Sturm kann sich Maresca weiter auf Tormaschine Erling Haaland stützen, gleichzeitig hat City aber viel Erfahrung verloren: Taktgeber Rodri, Bernardo Silva und John Stones sind weg. Mit Elliot Anderson kam für ca. 135 Mio. Euro ein dynamischer Mittelfeldspieler.
Liverpool ist ebenfalls auf Trainersuche gegangen und hat sich mit Andoni Iraola für einen deutlich offensiveren Ansatz entschieden. Der ehemalige Bournemouth-Coach steht für intensives, aggressives und vertikales Spiel. Die Ausgangslage ist allerdings schwierig. Liverpool wurde in der vergangenen Saison als Titelverteidiger 25 Punkte hinter Arsenal nur Fünfter. Mohamed Salah, Andy Robertson und Ibrahima Konate haben den Klub verlassen. Gleichzeitig muss Iraola als Nachfolger von Arne Slot eine Defensive stabilisieren, die zuletzt 53 Gegentore kassierte. Hoffnung macht die Rückkehr eines wiedererstarkten Alexander Isak.
Carrick brachte ManUnited Hoffnung zurück
Bei Manchester United um Bruno Fernandes, den Spieler der vergangenen Saison, herrscht erstmals seit Jahren wieder vorsichtiger Optimismus. Michael Carrick wurde nach einer starken Interimsphase zum dauerhaften Cheftrainer befördert. Unter ihm kletterte United auf Platz drei und kehrte in die Champions League zurück. Besonders interessant wird die Rückkehr von Marcus Rashford, der nach Leihstationen bei Aston Villa und Barcelona wieder in Manchester ist.
Chelsea setzt nach Platz zehn auf einen weiteren Neustart. Xabi Alonso, der mit Bayer Leverkusen 2024 das deutsche Double gewann, übernahm einen Klub, der seit der Übernahme durch US-Investoren 2022 nach einer sportlichen Linie sucht. Morgan Rogers kam für die britische Rekordsumme von rund 137 Mio. Euro, dazu zahlreiche weitere Spieler. Jordan Henderson und Danny Welbeck sollen Erfahrung in einen extrem jungen und weiterhin riesigen Kader bringen.
Glasner, die Österreicher und die Verfolger
Hinter den ‘big five‘ dürfte Aston Villa erneut um ein Europacup-Ticket kämpfen. Unai Emery zeigte bereits in der Vorsaison mit Platz vier auf, muss allerdings den Abgang von Rogers verkraften. Tottenham von ÖFB-Teamverteidiger Kevin Danso will nach zwei Horrorjahren mit jeweils Platz 17 wieder angreifen: Roberto De Zerbi rettete den Club zuletzt, nun wurde kräftig u.a. in Sandro Tonali und Jan Paul van Hecke investiert.
Als gerüchteweise zweithöchst dotierter Coach hinter Arteta soll Glasner Forest in der Liga etablieren. Der Oberösterreicher will beim Club des ebenso ehrgeizigen wie ungeduldigen griechischen Reeders Evangelos Marinakis für Kontinuität sorgen und kann sich dabei im Mittelfeld auf ÖFB-Teamspieler Xaver Schlager stützen. Neben Schlager und Danso sind weitere zwei Österreicher in der finanzkräftigsten Liga der Welt engagiert. Die beiden Innenverteidiger Jannik Schuster (Brentford) und Michael Svoboda (Brighton) müssen sich ihre Einsatzminuten aber wohl erst erkämpfen.
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