„Keiner glaubte daran“

Warum Salzburgs Gegner nichts zu verlieren hat

Red Bull Salzburg
19.08.2026 08:30

Red Bull Salzburg trifft am Donnerstag im Hinspiel des Play-offs zur Europa League auf den schwedischen Sensationsmeister Mjällby AIF. Wie groß die Überraschung über den Erfolg des Bullen-Gegners war und warum die Mozartstädter im Duell der Favorit sind, weiß ein Experte. 

Griechenlands EM-Titel 2004 und Leicester City als Premier League-Sieger 2015/16 sind zwei der größten Fußballwunder des 21. Jahrhunderts. In diese Liste reiht sich auch Mjällby AIF, Salzburgs Gegner im Hinspiels des Play-offs zur Europa League morgen Abend (18, live auf ServusTV), ein. Der Verein aus dem 1400-Seelen-Dorf krönte sich 2025 zum schwedischen Meister. All das nur neun Jahre nachdem er den Abstieg in die vierte Liga um Haaresbreite verhinderte. Seit 2020 ist er wieder Erstligist.

„An den Meistertitel hat niemand geglaubt“
„Allein dort zu spielen, ist für den Verein ein Erfolg gewesen“, sagt William Juhlin. Er ist Journalist beim regionalen Medium „Blekingesport“ und setzt sich seit Jahren intensiv mit Mjällby auseinander. Auch er war vom steilen Erfolgsweg überrascht. Tabellenrang fünf im Jahr 2024 hielten viele schon für das höchste der Gefühle. „Und an den Meistertitel hat wirklich niemand geglaubt“, erklärt der 30-Jährige.

In der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League kam für Mjällby das Aus gegen Slovan ...
In der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League kam für Mjällby das Aus gegen Slovan Bratislava.(Bild: EPA/PATRIC SODERSTROM)

Dabei sollte Mjällby sogar noch einen neuen Punkterekord in der Liga aufstellen. Ein Schlüssel dafür war, dass die Mannschaft bis zum Ende der Ganzjahresmeisterschaft zusammengehalten werden konnte, wie Journalist Juhlin erzählt: „Im Sommer-Transferfenster haben die Verantwortlichen zu den Spielern gesagt: Bleibt, weil wir holen den Titel.“ Gesagt, getan. Im Mai 2026 sicherten sich die Schweden dann auch noch den Pokalsieg.

„Verein befindet sich in einem Wiederaufbau“
Seitdem läuft das Werkl aber nicht mehr wie gewohnt. In der Liga liegt das Team von Trainer Karl Marius Aksum – er kam einst als „Co“ und hob den Klub in der offensiven Spielweise auf ein neues Level – nur auf Rang elf von 16. Juhlin kennt einen Grund dafür, dass die (zu) hohen Erwartungen nicht erfüllt werden können. „Aktuell befindet sich der Verein in einer Art Wiederaufbau, weil viele Spieler gegangen sind.“

Einer davon ist Elliot Stroud, schwedischer Teamkicker, der für kolportierte 4,5 Millionen Euro (inklusive Boni) zu Hull City in die Premier League wechselte – ein Rekord für den Verein, der Spieler entwickeln möchte, um sie später für mehr Geld zu verkaufen. Durchaus eine Parallele zu den Bullen, die freilich aber in anderen finanziellen Sphären agieren. Juhlin verdeutlicht: „Salzburg ist hier der klare Favorit.“

Der Außenseiter aus der Provinz Blekinge indes hat nichts zu verlieren. Der Einzug in die Conference League ist bereits fix, Mjällby steht damit zum ersten Mal in einer europäischen Ligaphase. Salzburg ist gewarnt. Schließlich ist der Gegner bekanntlich für eine (riesige) Überraschung gut. 

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