Milder Winter, trockener Sommer – die Insekten sind heuer aktiv wie selten. Das Rote Kreuz Tirol verzeichnet deutlich mehr Einsätze als in anderen Jahren, gibt Tipps für den Ernstfall. Und es gibt noch ein weiteres Insekt, dessen Ausbreitung gefährlich ist ...
Wurden Sie selbst schon gestochen – oder ein Bekannter? Der Rettungsdienst Tirol verzeichnet derzeit deutlich mehr Versorgungen nach einem Insektenangriff. „Im Juli mussten die Einsatzkräfte deshalb 136 Mal ausrücken, im Juli des Vorjahres waren es lediglich 28 Einsätze“, erklärt Jörg Waldner, Bereichsleiter im Rettungsdienst Tirol.
„Noch deutlicher“, so Waldner weiter, „entwickeln sich die bisherigen Zahlen im August. In der ersten Augusthälfte verzeichnen wir bereits 175 Einsätze, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es lediglich 17.“
Im laufenden August sogar Verzehnfachung
Damit hat sich die Zahl der Einsätze aufgrund von Insektenstichen im Juli im Vergleich zu 2025 knapp verfünffacht, im August sogar mehr als verzehnfacht. „Diese Entwicklung zeigt, dass Wespen- oder Bienenstiche keinesfalls unterschätzt werden dürfen und einen rettungsdienstlichen Einsatz erforderlich machen können“, ergänzt Waldner.
Es komme zu lokaler Rötung, Schwellung, Schmerzen und Juckreiz, zählt Thomas Fluckinger, Chefarzt im Roten Kreuz Tirol, die gängigsten Symptome auf. „Diese Reaktionen sind zwar unangenehm, aber normalerweise nicht gefährlich“, betont der Mediziner.
Reaktionen wie Rötung, Schwellung und Juckreiz sind zwar unangenehm, normalerweise aber nicht gefährlich.

Thomas Fluckinger, Chefarzt Rotes Kreuz Tirol
Bild: Rotes Kreuz Tirol
Andere Dimension, wenn Person allergisch ist
Anders sieht es bei einer Allergie gegen Insektengift aus. Fluckinger: „Eine allergische Reaktion kann rasch einsetzen. Großflächige Rötungen und Schwellungen, Juckreiz am ganzen Körper, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot oder Kreislaufprobleme sind Warnzeichen, bei denen der Notruf 144 abgesetzt werden soll. Auch bei Stichen im Mund- und Rachenraum ist jede Minute kostbar.“ Vorbeugend wirken erhöhte Vorsicht beim Essen und Trinken und langärmelige luftige Kleidung, etwa auf Wegen in Wiesen.
Anlässlich des Welt-Moskito-Tages am 20. August macht das Land Tirol auf die asiatische Tigermücke aufmerksam. In den vergangenen Jahren hat sich die Stechmücke, die ursprünglich aus Südostasien stammt, stark ausgebreitet. Zwar sei das Risiko einer Krankheitsübertragung in Tirol aktuell gering, aber eine weitere Ausbreitung soll verhindert werden.
Vorsorge beginnt direkt vor der eigenen Haustür. Die Tigermücke braucht wenig Wasser, um einen Brutplatz zu finden.

Gesundheitsdirektorin Theresa Geley
Bild: Christof Birbaumer
Keine Brutstätten bieten
Schon mit wenigen Handgriffen lassen sich mögliche Brutstätten beseitigen. Erstens sei es wichtig, regelmäßig Blumentopfuntersetzer, Gießkannen, Vogeltränken und Regentonnen zu leeren oder abzudecken. Zweitens sollte darauf geachtet werden, Wasseransammlungen zu vermeiden – etwa in Schirmständern oder ähnlichen Hohlräumen. Drittens: Wer seine Dachrinne regelmäßig reinigt, verhindert geeignete Brutplätze. Und zuletzt, im Hinblick auf den Herbst, sei es wichtig, die Wasserbehälter trocken zu lagern, damit Mückeneier nicht überwintern können.
Wer gebietsfremde Mücken entdeckt, kann sie fotografieren und über die App „Mosquito Alert“ melden. Experten prüfen die Art und zeigen die Fundorte auf einer öffentlich zugänglichen Karte.
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