Israel gegen Irland

Eklat in ÖFB-Gruppe: Rudelbildung, Proteste & Co.

Fußball International
04.10.2026 23:28

Auch das Rückspiel zwischen Israel und Irland in Österreichs Nations-League-Gruppe hat für reichlich Aufregung gesorgt. Neben weiteren Protestaktionen sorgte vor allem eine Szene kurz nach Halbzeitpfiff für Aufregung! 

Schon vor dem ersten Duell zwischen Israel und Irland vor einer Woche war reichlich Brisanz geboten. Immerhin gab es auf der „grünen Insel“ genügend Stimmen, die forderten, dass man nicht gegen Israel antreten solle. Am Ende war es eine mannschaftsinterne Abstimmung, die dazu führte, dass man die beiden Nations-League-Duelle in der ÖFB-Gruppe doch in Angriff nimmt. 

Die „Völkermord-Aussagen“ von Irland-Teamchef Heimir Hallgrimsson, die empörten Reaktionen aus Israel, der eigenmächtige Boykott von Irland-Torhüter Gavin Bazunu inklusive emotionalem Statement und diverse Protestaktionen im Hinspiel und in dessen Nachgang (inklusive abgebrochener Pressekonferenz) haben die Spannungen vor dem Rückspiel auf neutralem Boden in Serbien weiter angeheizt. 

Schwarze Armbinden auf beiden Seiten
Klar, dass auch das Match selbst nicht ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen konnte. Nachdem Irland im Hinspiel bereits schwarze Armbinden im Gedenken an die Opfer des Gaza-Krieges getragen hatten und dies nun auch im Rückspiel erneut taten, reagierte das israelische Team ebenfalls mit einem Zeichen.

Die Israelis trugen in Gedenken an die Opfer des Terrorangriffs vor drei Jahren schwarzen Armbinden mit der Aufschrift „7.10“. Am 7. Oktober 2023 hatten Kämpfer der Hamas und anderer extremistischer Organisationen rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 weitere als Geiseln nach Gaza verschleppt. Der beispiellose Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Seitdem wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 74.000 Palästinenser getötet. Seit Oktober 2025 herrscht im Gaza-Krieg eigentlich eine Waffenruhe; es gibt aber immer wieder tödliche Angriffe.

Wie schon im Hinspiel in Debrecen in Ungarn drückten die irischen Spieler auf unterschiedliche Weise ihren Protest aus. Sie liefen wieder mit schwarzen Armbinden auf und senkten bei der israelischen Hymne ihre Köpfe. Zudem gab es keinerlei Abklatschen vor oder nach dem Spiel. Die vergangenen Wochen waren in Irland, wo die Unterstützung Palästinas besonders groß ist, von heftigen Diskussionen um den Umgang mit den Israel-Spielen geprägt gewesen.

Hitzige Szene nach Halbzeitpfiff
Besonders brisant wurde es aber mit Halbzeitpfiff. Noch vor laufender Kamera kam es dabei zu einer Auseinandersetzung. Im Mittelpunkt des Geschehens war der Athletikcoach der Iren, Damien Doyle, der einen Israeli lautstark beschimpfte: „Hey, hey du! Du hast mich angespuckt!“ Vertreter beider Teams eilten herbei und gerieten schließlich aneinander. Nach kurzer Zeit wurden die jeweiligen Streithähne getrennt und die Teams verschwanden in den Katakomben. 

Auch in der zweiten Halbzeit war die angespannte Stimmung zu merken. Immer wieder kam es zu aufgeladenen Szenen. Sportlich gesehen gab es am Ende ein 1:1 – allerdings war dies an diesem Abend erneut nur zur Randnotiz geworden. 

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