Nach der Insolvenz der Hellweg-Baumärkte in der Steiermark, Salzburg und Oberösterreich wird die gesamte Ware online versteigert. Am Standort in Raaba war am Freitag Abholtag – was Schnäppchenjäger antreibt.
Kurz vor 8 Uhr ist der Parkplatz in Raaba bei Graz schon gut gefüllt. „Hellweg. Die Profi-Baumärkte“ – das Firmenschild über dem Eingang, vor dem sich eine lange Schlange bildet, hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Die Baumarktkette musste im Juni Insolvenz anmelden. Neben Standorten in Oberösterreich und Salzburg schließen auch die zwei steirischen Filialen in Fürstenfeld und Raaba. Auf der Online-Auktionsplattform Aurena wird derzeit der gesamte Warenbestand versteigert: 1,4 Millionen Einzelartikel!
Wenn aus einem Spaß ernst wird
Andreas Jäger ist einer, der am Freitag davon profitiert. Glücklick kommt er mit seinem ersteigerten Badezimmer-Spiegel aus dem Geschäft. „Man muss natürlich für das Mitbieten Zeit haben. Einmal habe ich schon online bei einer Auktion mitgemacht, aus Jux. Jetzt haben wirklich Produkt und Preis gepasst“, freut er sich. Auch Josef Luttenberger, der mehrere LED-Leuchten und Kabel in Händen hält, ist mit seiner Ausbeute zufrieden. „Ich habe mir sicher 150 Euro erspart. Ich mache ständig bei solchen Auktionen mit ...“
Anreise aus dem Burgenland und Ungarn
Mehr als 500 Euro (!) hat Dominik Seidl gegenüber dem herkömmlichen Einkaufspreis „gewonnen“. Er belädt gerade seinen Anhänger mit einer kompletten Garten-Garnitur. Kurz darauf kommt er wieder. „Den Griller habe ich auch gleich noch ersteigert.“ Er ist am Freitag extra aus dem Burgenland, aus Güssing, angereist. „Es ist spannend, ob man den Zuschlag bei der Auktion bekommt oder nicht“, sagt Seidl.
Noch weiter ist heute schon Christina Szalay mit ihrem Mann gefahren. Zwei Stunden Autofahrt aus Ungarn liegen hinter den beiden. Lampen und Badezimmerzubehör stapeln sich auf ihrem Einkaufswagen. „Einfach ein paar praktische Utensilien für daheim“ holen auch Milos und Nicola Peuraca gerade ab.
Größte Auktion bei Aurena
„Es ist gerade unser größtes Projekt“, sagt Jürgen Blematl, Pressesprecher der Auktionsplattform Aurena. Normalerweise würde man im Jahr 1,2 Millionen sogenannter Positionen (mehrere Artikel zusammengefasst) verkaufen. „Bei Hellweg sind es mehr Einzelartikel, als wir in einem Jahr an Positionen insgesamt haben“, sagt Blematl.
40 Prozent des Firmenumsatzes von Aurena sind Insolvenz-Auktionen. Entweder ersteigert Aurena Ware selbst und verkauft sie weiter oder man wird über einen Masseverwalter beauftragt. „Bei Hellweg haben wir einen Auftrag erhalten, hier muss innerhalb von drei Monaten alles weg sein.“ Was Blematl als Herausforderung bezeichnet, dürfte – blickt man sich in Raaba am Parkplatz um – kein allzu großes Problem sein.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.