Der Grazer Lendplatz glüht regelrecht. Mit einem unrühmlichen Rekord von elf Tagen mit über 35 Grad ist er der Hitze-Hotspot der Landeshauptstadt. Wie die grüne Vizebürgermeisterin gegensteuert.
Die Zahlen sprechen für sich: 28 Tropennächte, 83 Sommer-, 48 Hitze- und alarmierende elf Wüstentage wurden im bisherigen Sommer am Grazer Lendplatz gemessen. Wenn sich die Hitze zwischen den Betonmauern staut, wird dieses Fleckerl am rechten Murufer zum absoluten Hitzepol der Stadt.
Aber der Reihe nach: Im Jahr 2003 wurde an 41 Tagen in Graz über 30 Grad gemessen. Das ist der bisherige Rekord. Dieser wurde heuer bereits um sieben Hitzetage, wie man sie nennt, gebrochen. Und das schon Mitte August. Sommertage – mit Temperaturen über 25 Grad – gab es heuer bereits 83.
Immer mehr „Wüstentage“
Die Ausmaße der aktuellen Hitzeperiode werden anhand eines recht neuen Begriffes noch deutlicher. „Wüstentage“ – mit über 35 Grad – kannte man bis vor Kurzem kaum. Im gesamten Jahr 2025 wurden drei, 2024 und 2023 kein einziger gemessen. Heuer waren es an der Messstation Lendplatz bereits elf!
Spitzentemperaturen wie diese sind für die Bewohner nicht nur kräftezehrend – sie sind auch gesundheitsgefährdend. Besonders dann, wenn es auch in der Nacht nicht abkühlt, und sich vor allem Kinder, kranke und ältere Menschen kaum mehr von der Hitze erholen. Die Zahl sogenannter Tropennächte (nicht unter 20 Grad) ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert – heuer waren es schon 28.
Hitze ist nicht nur unangenehm, sie kann krank machen und für manche Menschen sogar lebensgefährlich werden. Deshalb sorgen wir für mehr Schatten, Wasser und Abkühlung im Alltag. Klimaschutz ist Menschenschutz.

Judith Schwentner
Vizebürgermeisterin Graz
Bild: Christian Jauschowetz
„Massive Auswirkungen auf Alltag“
Der Ernst der Lage ist der aktuellen Stadtkoalition, die schon bald in die zweite Runde geht, bewusst: „Die Hitze hat bereits jetzt massive Auswirkungen auf unseren Alltag. Deshalb müssen wir unsere Stadt so umgestalten, dass sie auch an sehr heißen Tagen ein guter Ort zum Leben bleibt“, sagt die grüne Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, zuständig für Stadtplanung.
Angesichts dessen wird jeder Platz zum Hitzeschutzprojekt – etwa der Tummelplatz, der bis 2027 zum „Freiluft-Wohnzimmer“ umgestaltet wird. Dort kommt auch eine besonders ausgeklügelte Kühl-Strategie zum Einsatz: das „Schwammstadt-Prinzip“. Unterirdisch wird eine Schicht aus Schotter und Substrat angelegt, die Regenwasser wie ein Schwamm aufnimmt und speichert. Das versorgt die Bäume mit Wasser und kühlt die Umgebung. Auch am Lendplatz wurde der Trick bereits angewandt.
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