Agrarbericht zeigt:

289 Bauernhöfe in Tirol haben keine eigene Zufahrt

Tirol
15.08.2026 15:00

Was wird auf den Feldern angebaut und wie viele Tiere weiden auf Tirols Almen? Der Agrarbericht gibt Auskunft und enthält viele spannende Details. Zum Beispiel jenes, dass eine überraschend hohe Anzahl von Höfen nicht ausreichend erschlossen ist. 

Die Ackerfläche Tirols betrug im Vorjahr 7476 Hektar. Das entspricht einem Zuwachs von 5,7% gegenüber 2023. Ein erheblicher Anteil entfällt auf die drei Hauptackerkulturen Mais, Getreide und Kartoffel, der Rest auf Wechselwiesen, Futtergräser und Feldgemüse. Die gesamte Fläche für die Saatgutvermehrung für Kartoffel in Tirol betrug 71 Hektar. Das Hauptziel ist die Vermehrungsfläche zu halten sowie auf virusresistente Sorten umzustellen.

80 Prozent der Ware nehmen Handelsketten ab
Der Gemüsebau in Tirol erstreckte sich im Jahr 2025 in Tirol auf ca. 1700 Hektar Anbaufläche. Die Gemüseproduktion betrug pro Jahr 55.400 Tonnen. Dabei handelte es sich um rund 60 verschiedene Gemüsekulturen, die zum größten Teil für den Frischverzehr produziert wurden.

Rund 80% der produzierten Ware wurde an Handelsketten vermarktet. Der Rest wurde durch den Gastronomie-Großhandel und die Direktvermarktung an die Endkunden sowie direkt an Gastronomiebetriebe vertrieben.

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Obstbau wesentlicher Faktor 
Ein Großteil der Tiroler Obstbaufläche entfiel auf die Produktion von Äpfeln. Rund 80 Familienbetriebe, im Haupt- und Nebenerwerb, produzieren dabei nach höchsten Qualitätsstandards Global GAP und nehmen am ÖPUL-Förderprogramm teil. Rund 20% der Apfelflächen werden biologisch bewirtschaftet.

Mängel bei der Nährstoffversorgung
Eine immer wichtigere Rolle spielen Schutzmaßnahmen gegen Frost und Hagel sowie die Bereiche Düngung, Bodenschutz und Wasserschutz. Hier zeigte sich, dass rund zwei Drittel der 2181 untersuchten Bodenproben eine Unterversorgung mit dem Mengennährstoff Phosphor aufwiesen.

Zahl der Schafe auf der Alm gesunken
In Tirol werden 2087 Almen bewirtschaftet. Sie dienen dabei nicht nur als wesentliche Futtergrundlage für Nutztiere, sondern haben gleichzeitig einen hohen Stellenwert für den Tourismus. Der Anteil an gealpten Schafen zeigte eine rückläufige Entwicklung, da die Zahl der gealpten Schafe vom Jahr 2020 von 64.324 Tiere bis 2025 auf 60.743 Tiere (minus 3581) gesunken ist.

Selbst der Traktor kommt nicht hin
In Tirol wird seit Jahren eine Statistik über unerschlossene bzw. unzureichend erschlossene Hofstellen geführt. Demnach sind 289 Hofstellen als unerschlossen gemeldet, wovon 19 selbst mit einem Traktor nicht erreichbar waren. Für einen großen Teil dieser Hofstellen liegen bereits Anträge auf Neubau bzw. Sanierung der Hoferschließungsstraßen auf.

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