Die Anrainer im Villacher Stadtteil Maria Gail verzweifeln: Die Verkehrssituation hat sich trotz Maßnahmen nicht entspannt. Vielmehr kam es schon zu handgreiflichen Szenen.
Mit gelben Punkten soll die Aufmerksamkeit der Autolenker in der Abstimmungsstraße in Turdanitsch erhöht und die Geschwindigkeit gedrosselt werden. Statt Beruhigung sorgt die Maßnahme aber für kräftigen Unmut unter den Verkehrsteilnehmern. Es wird sogar von Handgreiflichkeiten unter Lenkern berichtet.
Die Maßnahme ist Teil eines großen Konzeptes, dass das Gebiet von Maria Gail, Turdanitsch und Tschinowitsch vom Durchzugsverkehr entlasten soll. Der ehemalige Verkehrsstadtrat Ferdinand Truppe sieht dringenden Handlungsbedarf: „Es ist fünf vor zwölf! Die gesetzten Maßnahmen sind eine reine Symptombekämpfung, es muss das Kernproblem gelöst werden!“
Um den Durchzugsverkehr aus den Ortschaften und einen fließenden Verkehr auf der Bundesstraße zu erreichen bedürfe es, so Truppe, einer großen Planungsgruppe bestehend aus Asfinag, Land Kärnten, Stadt Villach, Polizei, ÖAMTC sowie Vertretern aus jeder betroffenen Ortschaft. „Es muss eine Gesamtlösung her – die neu errichtete Infineon Straße muss mehr genutzt werden. Das kann durch eine zusätzliche Brücke über die Gail als Anbindung erreicht werden“, ist sich Truppe sicher.
Die Anrainer in Maria Gail wollen jedenfalls weiter für eine nachhaltige Verkehrsberuhigung kämpfen. Sie haben sich nun in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. „Wir haben bereits einen Brief an den zuständigen Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber geschrieben und ihn gebeten die notwendigen Planungen in Auftrag zu geben“, berichtet Sprecher Gerhard Melcher. Die Bürger fühlen sich von der Politik nicht gehört. „Es ist unverständlich, dass in Maria Gail der Rechtsvorrang aufgehoben wird, mit der Begründung der Schulbus müsse Vorfahrt haben, er aber in Turdanitsch durch Poller und Punkte gebremst wird.“
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