Hunde erbeutet

Behörden fangen junge Tigerin in Wohngebiet ein

Ausland
13.08.2026 07:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine zweijährige Sumatra-Tigerin hat auf der gleichnamigen indonesischen Insel in letzter Zeit wiederholt in Wohngebieten Ziegen und Hunde erbeutet. Nachdem sie sich öfter in der Nähe von Schulen aufgehalten hatte, schritten die Behörden ein und stellten eine Falle auf. Nun soll das Tier umgesiedelt werden.

Als Köder diente der Kadaver einer Ziege. Nicht einmal eine Stunde nach dem Aufstellen der Falle hörten Bewohner demnach ein metallisches Scheppern. Als sie gemeinsam mit Mitarbeitern der Naturschutzbehörde nachsahen, saß die Tigerin in der Kastenfalle. Sie sei unverletzt und in gutem Gesundheitszustand. Tierärzte entnahmen Blutproben für DNA-Tests. 

Suche nach geeignetem Gebiet
Bewohner und Beamte hielten die ganze Nacht Wache, bevor das Tier am nächsten Morgen abtransportiert wurde, wie die Zeitung weiter berichtete. Die Raubkatze wurde zwischenzeitlich in einen Tierpark gebracht, während Experten nun nach einem geeigneten Gebiet suchen, in dem sie möglichst bald wieder ausgewildert werden kann, wie „Kompas“ berichtete.

Nur noch 400 Exemplare

Der Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae) ist die kleinste der noch lebenden Unterarten des Tigers. Die Art wird sowohl nach indonesischem Recht als auch international streng geschützt. Schätzungen zufolge gibt es nur noch etwa 400 Exemplare in freier Wildbahn. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) werden die Tiere als vom Aussterben bedroht geführt. Andere indonesische Unterarten wie der Bali-Tiger und der Java-Tiger sind bereits ausgestorben.

Lebensraum schwindet
Wegen des schwindenden Lebensraums der Tiere kommt es immer häufiger zu Konflikten mit Menschen. Erst im Juli war auf Sumatra ein 63 Jahre alter Kaffeebauer von einem Sumatra-Tiger angegriffen, getötet und teilweise gefressen worden. Seine Leiche sei mit Bisswunden im Nacken wurden in der Nähe einer Plantage gefunden, hieß es.

Die nun gefangene und etwa zweieinhalb bis drei Jahre alte Tigerin hatte sich zeitweise nur etwa 50 Meter von einer Volksschule und etwa 100 Meter von einer weiterführenden Schule entfernt aufgehalten. Deshalb sei es zum Schutz der Bevölkerung und des Tieres nötig gewesen, die Tigerin umzusiedeln – auch wenn dies immer das letzte Mittel sei, betonte ein Sprecher der zuständigen Behörde.

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