Dramatische Szenen spielen sich im Parlament ab: Getürkte Umfragen, verbotene Affären, die Grenzen zwischen Gut und Böse, Links und Rechts verschwimmen. Eine Kärntner Autorin taucht in ihrem Romandebüt tief in die Abgründe von Politik und Menschen ein. Mehr über „Blaue Vögel“ und weitere Neuerscheinungen lesen Sie hier!
Wie bei „House of Cards“: Die Klagenfurterin Shelja Baltić erzählt „Von blauen Vögeln“ und seelischen Abgründen – ein Spitzentitel! Darum geht´s: Mia Puck hat das Klagenfurter Strandbad gegen die Büros der Wiener Spitzenpolitik eingetauscht. Sie ist Pressesprecherin einer linken Parteichefin, deren Umfragewerte gerade ins Bodenlose sinken, obwohl sie sich ständig abstrampelt. Mia tut einerseits alles, um den Niedergang zu ändern, lässt sich aber gleichzeitig auf eine Affäre mit einem politischen Widersacher der Rechten ein.
Wie weit ist sie bereit zu gehen, um schmutzige Polit-Ziele zu erreichen? Und wer ist bei dem dreckigen Spiel letztlich gut, wer böse? Zählen bei den Politteams noch Menschen und Werte oder nur Zahlen und das eigene Ego, das mit viel Alkohol und Selbstmitleid durch den Tag gepusht wird?
Die 30-jährige Shelja Baltić weiß, wovon sie in ihrer österreichischen „House of Cards“-Version schreibt – sie arbeitet im Parlament und legt mit „Von blauen Vögeln“ ein überaus gelungenes, flott geschriebenes, gesellschaftlich demaskierendes Debüt als Autorin vor. Bei dem es vielleicht nicht bleiben wird. Denn – Achtung, Spoiler! – Mia Pucks Geschichte schreit geradezu danach, weitererzählt zu werden.
Was hätte ich Ihnen noch aus dem frisch gefüllten Bücherregal anzubieten? Nicht nur auf Reisen bietet sich Daniel Glattauers „In einem Zug“ an, neu im Taschenbuch erschienen. Autor Eduard und Therapeutin Catrin verfangen sich auf dem Weg von Wien nach München in einem Gespräch – über die Liebe. Und mit deren vielen Facetten kennt sich Glattauer seit „Gut gegen Nordwind“ aus. Klug, pointiert, ein stilles Lesevergnügen.
Wer mit Frank Tallis „Die Seele suchen“ will, findet sie im Wien von Siegmund Freud – der bekannte Autor und Schöpfer der beliebten TV-Figur Max Liebermann („Vienna Blood“)zeichnet ein faszinierendes Portrait des Begründers der Psychoanalyse. Historisch spannend, auch für Laien verständlich, Top-Sachbuch!
Ebenfalls empfehlenswert ist „Mein Weg. Moja pot“ von Christina Zucchelli, die zu literarischen Wanderungen in Kärnten einlädt und der bereits in 6. Auflage erschienene überarbeitete Triest-City Trip von Birgit Kofler und Roland Brettschart.
Und auch junge Leser sollen diesmal nicht zu kurz kommen: Viele warten sicher schon auf die Fortsetzung von „Erde 13“ von Andreas Langer. Diesmal müssen Levi und Gwendolin das „Rätsel des purpurnen Ozeans“ lösen. So spannend, dass 91 Jahre wie im Flug vergehen! Hendrik Lambertus hat die „Ninja School“ eröffnet – „Die erste Prüfung“ gefällt sicherlich nicht nur Ninjago-Fans. Mit „Fritzi Furchtlos“ bezaubert Katja Reider die ganz Kleinen – die anderen Ziegen wollen es nicht glauben, dass Fritzi vor nichts Angst hat. Nicht vor dem Wolf, nicht vor Gruselgeschichten oder Gewittern. Aber dann gerät ein Freund in Gefahr und das Zicklein wächst über sich hinaus. Süß!
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