Artgerecht

„Empfinde mich als Teil von einem großen Ganzen“

Kärnten
16.08.2026 08:45

Leidenschaftlicher Musiker, umtriebiger Museumsleiter, professioneller Gemeindebediensteter: Arthur Ottowitz zu beschreiben, ist leicht. Denn der eingeborene Bleiburger ist so vieles, aber bei allem genial!

Leidenschaftlicher Musiker, umtriebiger Museumsleiter, professioneller Gemeindebediensteter „mit zahlreichen Aufgaben im Laufe der Jahrzehnte“, visionärer Gründer und Obmann der Kulturinitiative Bleiburg (KIB), liebevoller Familienmensch, begeisterter Großvater, souveräner Marktmeister und damit Organisator des Bleiburger Wiesenmarkt als eines der größten Volksfeste Österreichs „mit unglaublichen 140.000 Besuchern in dreieinhalb Tagen.“ Das alles bringt Ottowitz scheinbar mühelos unter einen Hut.

Aber vielleicht liegt es ja am sagenhaften Vornamen, dass dem sympathischen Träger des Landeskulturpreises auch ganz ohne Zauberschwert alles zu gelingen scheint. Ein König der Kunst und Ritter der Tafelpardon, Kulturrunde ist unser „King Arthur“ ohne Zweifel! Und wer ihn einmal auf seiner singenden Blues-Mundharmonika in freier Improvisation erlebt hat, wird diesen vollmundig-schwebenden Klang nicht mehr vergessen.

Eckdaten Arthur Ottowitz

Geboren 1959, Matura 1978, ab 1979 Studium der Philosophie und Kunstgeschichte in Graz, Gründungsmitglied von „Se Band“ (später „Die Buben“), 1983: Gründer und Obmann der Kulturinitiative Bleiburg, seit 1984 bei den „Bluesbreakers“, Musiker und Leiter der KIB-Combo (1994 – 2014), Bediensteter und Marktmeister der Stadtgemeinde Bleiburg, seit 2008 Leiter des Werner Berg Museums, 2011: Verleihung des Titels Professor. 2023: Kulturpreis des Landes Kärnten, lebt in Bleiburg. 

 „Das Spielen selbst beigebracht“
„Schon in meiner Kindheit habe ich viele Platten gehört. Mick Jagger war ein großer Mundharmonika-Virtuose. Durch das Zuhören habe ich mir dann mit 12 oder 13 das Spielen selbst beigebracht“, erzählt Ottowitz lächelnd, während er in der Zeit zurückgeht: „Nach der Matura in Klagenfurt habe ich in Graz begonnen Kunstgeschichte und Philosophie zu studieren, mit 20 bin ich mit einem Freund zwei Monate durch Amerika gereist und habe die Rockmusik und den Blues für mich entdeckt.“

Kulturinitiative Bleiburg (kib), 1985
Kulturinitiative Bleiburg (kib), 1985(Bild: Ottowitz)
Ottowitz und die große Carla Bley
Ottowitz und die große Carla Bley(Bild: Ottowitz)
Seit 19834 Teil der Bluesbreakers
Seit 19834 Teil der Bluesbreakers(Bild: Christine Ottowitz)

Beginn einer lebenslangen Leidenschaft
Der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft, die in zahlreichen Bands spielerisch den Ton angibt, darunter die Bluesbreakers, denen er seit 1983 zugehört, alleine in Kärnten an die 150 Auftritte absolviert und 1989 „erst als dritte westliche Band“ China begeistert hat. Apropos Begeisterung: SIE ist das Zaubermittel, das Ottowitz antreibt und seine Kulturwelt zusammenhält, die sich in Bleiburg die Klinke in die Hand gibt.

Nicht nur für die KIB, die regelmäßig Weltstars begrüßt, auch für das Werner Berg Museum, das Ottowitz und Kurator Harald Scheicher kongenial leiten und weit über Österreichs Grenzen hinaus zum Treffpunkt der Kunstbegeisterten gemacht haben: „Bleiburg hat sich zur Kulturstadt entwickelt, weil alle an einem Strang ziehen. Ein immenser Vorteil ist, dass wir in einem Gebiet mit zwei Sprachwelten und Kulturräumen beheimatet sind, die zum Mikrokosmos zusammenwachsen. Ich sehe mich als Teil eines Ganzen – bin froh und demütig, dass ich hier leben und diesen offenen Geist mit so vielen Menschen teilen darf.“

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