Nachdem Donald Trump im Juli vor seiner Abreise vom NATO-Gipfel in der Türkei Morddrohungen erhalten hatte, startete der Secret Service ein Täuschungsmanöver. Der US-Präsident verließ das Flugzeug wieder – heimlich über einen Catering-Container von Do & Co. In der Maschine blieben Journalisten, Regierungsangestellte und hochrangige Beamte zurück. Unter ihnen war auch Außenminister Marco Rubio, der so wie die übrigen Passagiere zum unfreiwilligen Lockvogel wurde.
Die „Washington Post“ hatte am Montag enthüllt, dass man auf das Täuschungsmanöver zurückgriff, nachdem Abschuss-Drohungen aus dem Irak bekannt geworden waren. Trump stieg heimlich in den Container, dessen Laster brachte ihn auf dem Flughafen inkognito zu einem kleineren US-Militärflugzeug, mit dem er nach Großbritannien flog.
Dort stieg der 80-Jährige wieder in die Air Force One um. Die Öffentlichkeit sollte den Eindruck bekommen, dass er die ganze Reise in den Regierungsmaschinen zurückgelegt habe. In den USA stieg er dann vor laufenden Kameras aus.
Rubio und Co als Lockvögel in die Luft geschickt
Nach dem Abflug war die Air Force One mitsamt den hochrangigen, unwissentlich ohne Präsident zurückgebliebenen Insassen als regelrechte Lockvögel, die im Falle eines tatsächlichen Beschusses der Air Force One potenzielle Opfer gewesen wären, unterwegs. Die prominentesten Namen neben Außenminister Rubio: Finanzminister Scott Bessent und die hochrangigen Berater Stephen Miller und Steven Cheung.
Zu ähnlichen Tricks griffen bereits die Personenschützer früherer US-Präsidenten, in diesen Fällen waren die Mitreisenden jedoch immer über die tatsächliche Lage informiert. In diesem Fall wurde jedoch das eigene Personal in die Irre geführt und die Gefahr auf andere abgewälzt.
Präsident hat „auf Secret Service gehört“
Über das Täuschungsmanöver sagte Trump später, er richte sich nach den Vorgaben seines Sicherheitspersonals. „Das liegt allein beim Secret Service.“ Das gelte auch für das Militär. „Ich tue, was sie sagen.“
Keine genauen Angaben zum Hintergrund
Zum Hintergrund der Entscheidung machte Trump keine genauen Angaben. Er sagte: „Ich nehme an, dass es eine Bedrohung gab.“ Er habe nicht weiter nachgefragt. Zugleich schien der Präsident bemüht, dem Fall keine große Bedeutung beizumessen: „Ich bekomme viele Drohungen.“ Er ergänzte: „Jeder Präsident, der etwas bewirkt, ist mit zahlreichen Drohungen konfrontiert. Präsidenten, die nichts bewirken, bekommen keine Drohungen.“
Do & Co fürs Catering der Präsidentenmaschine zuständig
Dass Trump ausgerechnet in einen Container von Do & Co umstieg, liegt daran, dass die Filiale des österreichischen Unternehmens in der türkischen Hauptstadt Ankara zuständig für das Catering der Präsidentenmaschine war. Somit bot sich die ideale Gelegenheit, Trump unbemerkt aus dem Flugzeug zu schleusen.
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