Ein tiefes Husten, dann das Würgen – und die Samtpfote erbricht einen Fellknäuel. Für Katzenhalter eine vertraute Situation, die meist harmlos verläuft. Die „Krone“-Tierecke erklärt, wann Vorsicht geboten ist.
Katzen zählen zu den reinlichsten Haustieren und wenden einen erheblichen Teil des Tages für die Fellpflege auf. Die Zunge wirkt dabei wie eine feine Bürste mit winzigen Widerhaken, die lose Haare einfangen. Ausspucken können Samtpfoten diese Haare nicht, sie werden geschluckt. Der Großteil wandert durch den Magen-Darm-Trakt und landet im Katzenklo.
Wie Haarballen entstehen
Wird zu viel Fell auf einmal aufgenommen, verfilzt es im Magen zu einem unverdaulichen Ballen. Tierärztlichen Angaben zufolge verschluckt eine durchschnittliche, vier Kilogramm schwere Kurzhaarkatze auf diese Weise pro Jahr rund 75 Gramm Haare.
Welche Katzen betroffen sind
Grundsätzlich kann jede Katze, die sich putzt, Haarballen entwickeln. Ein erhöhtes Risiko besteht jedoch bei Langhaarrassen wie Perser oder Maine Coon, deren dichtes Fell besonders viel loses Haar produziert. Auch Katzen, die sich aus Stress, Langeweile oder Schmerz übermäßig putzen, nehmen mehr Haare auf als üblich. Bei älteren Tieren kann zudem eine verlangsamte Darmtätigkeit den Weitertransport der Haare erschweren.
Am häufigsten treten Haarballen im Frühjahr und im Herbst auf, wenn sich das Fell saisonal erneuert und die Katze deutlich mehr Unterwolle verliert als sonst. Ein gelegentlicher Haarballen, etwa ein- bis zweimal im Monat, gilt als unbedenklich.
An besonders heißen Sommertagen unterstützt das Bürsten bei der Fellpflege. Katzen verfügen nur über wenige Schweißdrüsen und können sich, anders als Menschen, kaum abkühlen. Wird überschüssiges Fell entfernt, verbessert das die Luftzirkulation an der Haut und erleichtert der Katze die Wärmeabgabe. Ganz nebenbei landet auch weniger loses Haar im Magen.
Wann man zum Tierarzt sollte
Kritisch wird es, wenn eine Katze wiederholt würgt, ohne dass etwas herauskommt. Auch Appetitlosigkeit oder auffällige Teilnahmslosigkeit sind Warnzeichen. Ebenso, wenn der Bauch hart und schmerzempfindlich ist oder über mehrere Tage kein Kot abgesetzt wird. In solchen Fällen sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.
Ursache finden
Bleibt ein zu großer Fellballen im Magen oder Darm stecken, kann er den Darm verschließen, was operativ behoben werden muss. Um das abzuklären, tastet der Veterinär den Bauch vorsichtig ab und macht meist zusätzlich einen Ultraschall sowie eine Blutabnahme. Je nach Befund helfen dann sanfte Abführmittel, eine kleine Entfernung mittels Kamera oder eine Operation.
Wichtig für die Unterscheidung: Auch eine Katzenasthma-Attacke kann sich durch keuchende, würgeähnliche Geräusche äußern. Hustet eine Katze regelmäßig oder erbricht sie häufig, sollte daher in jedem Fall abgeklärt werden, ob tatsächlich ein Haarballen oder eine andere Ursache dahintersteckt.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.