Den Vorarlbergern wird ein Hang zur Sparsamkeit nachgesagt. Das zeigt sich auch in der Art und Weise, wie das Ländle aktuell den Ländervorsitz führt – nämlich überaus spartanisch.
Vorarlberg führt im zweiten Halbjahr 2026 unter dem Motto „Starke Regionen. Zukunft gestalten.“ den Vorsitz der Landeshauptleutekonferenz. Damit einher gehen zahlreiche Konferenzen, Arbeitsgespräche und Veranstaltungen. So manches Bundesland hat in der Vergangenheit eine regelrechte Leistungsschau aus dem Ländervorsitz gemacht: Da wurde mit Schiffen die Donau befahren, man besuchte idyllische Orte, speiste in noblen Restaurants, ließ Blasmusikkapellen aus dem ganzen Land aufmarschieren und nächtigte in luxuriösen Hotels.
Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten muss die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen.
Markus Wallner, Landeshauptmann
Keine Galadiners und Happy-Bussi-Events
Wenn sich Politiker aus dem Osten Österreichs in den kommenden Wochen zu diversen Treffen und Konferenzen nach Vorarlberg aufmachen, sollten sie ihre Erwartungen nicht allzu hoch schrauben. Da ist nix mit Galadiners und Happy-Bussi-Events in schönem Rahmen, im Ländle geht’s heuer spartanisch zu! Das Spardiktat des Landes geht sogar so weit, dass bei der Gestaltung des öffentlichen Auftritts kurzerhand das Konzept des Vorarlberger Ländervorsitzes aus dem Jahr 2022 entstaubt wurde. Zudem sind sämtliche Informationsunterlagen, Einladungen und Drucksorten hausintern „gebastelt“ und gedruckt worden, externe Agenturleistungen waren nicht erforderlich.
Hauptsache wiederverwertbar
Werbematerialien und Tagungsutensilien wurden bewusst so ausgewählt, dass sie während des gesamten sechsmonatigen Vorsitzes mehrfach eingesetzt werden können. Viele Elemente – etwa Fahnen, Rollups oder Präsentationssysteme – sind so konzipiert, dass sie auch bei einem künftigen Vorarlberger Ländervorsitz wiederverwendet werden können. „Nachhaltigkeit bedeutet auch, Materialien möglichst lange zu nutzen, anstatt sie nach nur einem Einsatz wieder zu entsorgen. Genau diesen ökologisch und ökonomisch sinnvollen Weg gehen wir“, betont Landeshauptmann Markus Wallner.
Das niedrigste Kommunikationsbudget seit 13 Jahren
Er verweist darauf, dass für den heurigen Vorsitz das niedrigste Kommunikationsbudget seit 13 Jahren zur Verfügung steht – das sei ein klares Zeichen für den sparsamen Umgang mit öffentlichen Mitteln. Sämtliche organisatorischen und kommunikativen Leistungen werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landes selbst erbracht. Auch die feierliche Übernahme des Vorsitzes am 3. Juli war betont einfach gehalten worden, nicht einmal Mietkosten sind damals angefallen.
Landhaus statt Seminarhotel
Vorarlberg hat bekanntlich landschaftlich viel zu bieten – doch von dieser Schönheit werden die Gäste aus den anderen Bundesländern nicht viel mitbekommen. Denn die meisten Sitzungen und Konferenzen finden direkt in der nüchternen Atmosphäre des Landhauses in Bregenz statt. Nur wenn Terminüberschneidungen oder organisatorische Gründe es erforderlich machen, wird auf andere Veranstaltungsorte ausgewichen. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten muss die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen. Unser Anspruch ist es, den Vorsitz professionell und lösungsorientiert zu führen, Vorarlberg als starkes Bundesland zu präsentieren und gleichzeitig jeden Euro mit Augenmaß einzusetzen“, so Wallner.
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