Nach Angriffen auf Raffinerien in Russland und Saudi-Arabien fehlen Mengen auf dem Weltmarkt. Das trieb die Gewinnspannen europäischer Raffinerien bei Diesel sprunghaft um zehn Prozent in die Höhe. Den heimischen Autofahrern könnten somit demnächst erneut höhere Preise drohen.
Einmal mehr dürften die aktuellen Kriege unmittelbare Auswirkungen auf Österreich haben. Bekanntlich hat am Montag die Ukraine eine der größten Ölraffinerien Russlands angegriffen – und die proiranischen Huthi-Rebellen im Jemen attackierten eine der wichtigen Anlagen des saudischen Staatskonzerns Aramco (verarbeitet täglich 400.000 Barrel Rohöl).
Das führte dazu, dass der Dieselpreis im Großhandel in Europa und den USA stark anzog. Konkret legten die Gewinnspannen europäischer Raffinerien um zehn Prozent zu. Das bedeutet zwar nicht, dass es an der Zapfsäule auch gleich sprunghaft nach oben geht – wie der Montag zeigte (siehe Grafik).
Spritmengen fehlen am globalen Markt
Allerdings kann Diesel aufgrund der fehlenden Mengen von den Raffinerien jetzt teurer verkauft werden. „Sinkt die globale Dieselmenge aufgrund der Angriffe und steigt damit der Preis am Weltmarkt, ist langfristig auch in Österreich mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen“, erklärt Experte Dominik Graf vom ÖAMTC.
Sinkt die globale Dieselmenge und steigt damit der Weltmarktpreis, ist langfristig auch in Österreich mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen.

Dominik Graf, Öamtc-Experte
Bild: Barbara Wirl
Dazu kommt noch, dass auch Russland, das normalerweise Selbstversorger bei Sprit ist, nun im Ausland zukauft. Das gleiche „Problem“ hat Österreich. Auch wir müssen sechs von zehn Litern Diesel importieren und sind vom Weltmarkt abhängig. Der teurere Einkaufspreis dürfte sich bereits in den nächsten Tagen an den Tankstellen niederschlagen.
Jetzt tanken, bevor es wieder teurer wird
Insbesondere für Dieselfahrer könnte sich daher lohnen, Auto oder Motorrad lieber früher als später vollzutanken. Über zwei Euro je Liter bei Diesel und 1,80 Euro bei Super sind schon jetzt leider keine Seltenheit.
Spritpreisbremse „nicht spürbar“
Angesichts dieser Höhen sei die aktuell geltende Spritpreisbremse von 1,9 Cent pro Liter schon jetzt deutlich zu gering und für die Autofahrer „nicht spürbar“, betont der Experte. Die Regierung müsse daher, beispielsweise über eine temporäre Aussetzung der CO₂-Bepreisung, deutlich stärker eingreifen.
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