Kirchen stürzen ein

Schweres Erdbeben in Kolumbien – zahlreiche Tote

Ausland
10.08.2026 20:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bilder des Schreckens gehen um die Welt: Videos in den sozialen Netzwerken zeigen zerstörte Gebäude und Menschen in Kolumbien, die vor Panik auf die Straße laufen. Der Staatschef, der erst am Freitag sein Amt angetreten hatte, rief den Katastrophenfall aus. Tausende Gebäude sind beschädigt oder zerstört, es gibt mehr als 130 Tote und Hunderte Verletzte. Die Opferzahlen könnten aber noch weiter steigen.

Besonders dramatisch sind die Folgen des Erdbebens der Stärke 7,4 in Pereira westlich der Hauptstadt Bogotá, wo nach Behördenangaben mindestens 60 Todesopfer registriert wurden. Aufnahmen zeigen Rettungskräfte, die zwischen Trümmern nach Überlebenden suchen. 16 Personen mussten aus einer Gondel befreit werden. Sie waren sechs Stunden lang über der Stadt gefangen.

Dort stürzte auch die Kirche San José ein:

Bei dem Beben wurde auch der Turm der Kathedrale von Manizales (Stadt in Zentralkolumbien) ...
Bei dem Beben wurde auch der Turm der Kathedrale von Manizales (Stadt in Zentralkolumbien) beschädigt.(Bild: AFP/JONH BONILLA)

In Manizales wurde die Kathedrale schwer beschädigt: Auf Videos ist zu sehen, wie sich ein Seitenturm des Kirchengebäudes zur Seite neigt. Bereits im 19. Jahrhundert war ein Vorgängerbau der Kathedrale bei einem Erdbeben zerstört worden. „Zuerst dachte ich, es wäre etwas Leichtes. Aber als es dann immer stärker wurde und nicht aufhörte, dachte ich, wir würden sterben“, sagte eine Frau aus Manizales dem Radiosender La FM. Auch aus der für die Salsa bekannte Stadt Cali meldete der Bürgermeister mehr als 20 eingestürzte Gebäude, in denen Menschen eingeschlossen sein sollen.

Epizentrum im Westen Kolumbiens
Das Beben ereignete sich um 7.34 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó in einer Tiefe von 96 Kilometern, wie der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) mitteilte. Der US-amerikanische Geologische Dienst (USGS) verortete es in 107 Kilometern Tiefe. Die Erschütterungen waren unter anderem in Bogotá, Medellín, Cali, Popayán, Armenia, Pereira und Manizales zu spüren. In den Nachbarländern Venezuela, Ecuador und Panama wurde das Beben Berichten zufolge wahrgenommen. 

Zahlreiche Freiwillige beteiligen sich an der Suche nach Überlebenden.
Zahlreiche Freiwillige beteiligen sich an der Suche nach Überlebenden.(Bild: EPA/ERNESTO GUZMAN JR)
Das Epizentrum lag nahe der Gemeinde San Jose del Palmar in der Provinz Choco an der ...
Das Epizentrum lag nahe der Gemeinde San Jose del Palmar in der Provinz Choco an der Pazifikküste.(Bild: EPA/ERNESTO GUZMAN JR)
Patienten mussten aus Spitälern in Sicherheit gebracht werden.
Patienten mussten aus Spitälern in Sicherheit gebracht werden.(Bild: EPA/ERNESTO GUZMAN JR)

Der erst kürzlich vereidigte Präsident Abelardo de la Espriella ordnete an, dass ein gemeinsamer Krisenstab in San José del Palmar eingerichtet werde. Das Gremium soll unter anderem die Hilfe für Betroffene koordinieren. Zudem forderte der Präsident einen detaillierten Bericht über die Lage und den dringendsten Hilfsbedarf. Die Stromversorgung, Telefon- und andere Kommunikationsverbindungen sind beeinträchtigt. Sechs Flughäfen sind dem Präsidenten zufolge wegen Schäden an ihrer Infrastruktur derzeit für den kommerziellen Flugverkehr außer Betrieb.

Nachbeben der Stärke 4,6
Zahlreiche Länder boten Hilfe an. „Brasilien steht Kolumbien weiterhin zur Verfügung, um die notwendige Unterstützung zu leisten“, sagte zum Beispiel Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, hatte ihre Solidarität bekundet und angekündigt, dass „Copernicus, unser Satellitendienst, zur Unterstützung der Rettungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt wurde“.

De la Espriella kündigte an, persönlich nach Pereira zu reisen. Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der Kolumbianische Geologische Dienst zudem ein Nachbeben der Stärke 4,6 im ebenfalls im Departamento Chocó gelegenen Nóvita.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung