Was Sie wissen müssen
„Meereskannibale“ erobert nach Venedig die Ostsee
Auf Mallorca sind am Wochenende mehrere Badegäste von Fischen gebissen worden, in der Ostsee bereitet die Ausbreitung der Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi) Sorge. Die invasive Quallenart vermiest Badegästen nicht nur zunehmend das Schwimmen, sie ist auch als Meereskannibale berüchtigt. Auch in Venedig kommt sie bereits häufig vor.
Doch nicht nur im Mittelmeerraum fühlt sie sich heimisch. Flache, warme Küstengewässer bieten für ihre Vermehrung geradezu ideale Bedingungen. Nahe der Insel Rügen in der Ostsee ist die gallertartige, im Dunkeln leuchtende Masse immer öfter auszumachen.
Gefährlich ist sie zwar nicht, jedoch hinterlässt sie extrem schleimiges Wasser, wo immer sie auftaucht. Auch immer mehr Badegäste machen mit der Meerwalnuss ungeliebte Bekanntschaft.
Eigentlich ist die durchsichtige, gallertartige Qualle im westlichen Atlantik heimisch. Während ihr Bestand dort aktuell stabil ist, vermehrt sie sich in Meeren, wo sie zum Beispiel über Schiffe eingeschleppt wird, geradezu massenhaft.
Bedrohung für Tierwelt
Sie ist demnach eine sogenannte invasive Art, die sich nahezu ununterbrochen von Sardinen, Fischlarven und -eiern oder auch Plankton ernährt. Somit stellt sie eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Fischbestände dar.
Über die Mnemiopsis leidyi
- Die Meerwalnuss gehört zu den Rippenquallen und war ursprünglich an den Atlantikküsten heimisch.
- Sie gilt als eine der weltweit mächtigsten invasiven Arten in europäischen Meeren.
- Sie wird bis zu zehn Zentimeter groß. Wie alle Rippenquallen besitzt sie keine Nesselzellen – sie ist daher harmlos und verursacht keine Hautreizungen.
- Als Zwitter kann sich ein einzelnes Individuum selbst befruchten und bei guter Nahrungslage bis zu 8000 Eier pro Tag legen.
Kannibale der Meere
Die Art Mnemiopsis leidyi gilt als besonders widerstandsfähig. Sie überlebt bei Temperaturen zwischen zehn und 32 Grad Celsius und selbst bei einem Salzgehalt von zehn bis 34 Gramm pro Liter. Aber auch hinsichtlich ihrer Nahrungsaufnahme zeigt sie sich flexibel: Ist kein Futter da, fressen erwachsene Quallen den eigenen Nachwuchs.









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