Gefahr für Ökosystem

Invasive „Meerwalnuss“ breitet sich in Venedig aus

Ausland
29.01.2026 17:45

In der Lagune von Venedig breitet sich derzeit eine neue, invasive Quallenart aus. Die „Meerwalnüsse“ zählen zu den 100 schädlichsten invasiven Spezies weltweit, sie bedrohen das Ökosystem des Meeres und die Fischerei.

Die Art Mnemiopsis leidyi gilt als besonders widerstandsfähig. Sie überlebt bei Temperaturen zwischen zehn und 32 Grad Celsius sowie bei einem Salzgehalt von zehn bis 34 Gramm pro Liter. Eigentlich ist die durchsichtige, gallertartige Qualle im westlichen Atlantik heimisch. Während ihr Bestand dort aktuell stabil ist, vermehrt sich die Qualle in Meeren, wo sie zum Beispiel über Schiffe eingeschleppt wurde, massenhaft, wie in Lagunen im Mittelmeerraum. Diese seien gefährdet, weil sie starke räumliche und saisonale Schwankungen der Umweltbedingungen aufwiesen, sagte Filippo Piccardi von der Universität Padua, der zu den „Meerwalnüssen“ geforscht hat.

Wenn die Tiere auf gute Bedingungen wie ausreichend Nahrung und keine Feinde treffen, können sie für viele Probleme sorgen. Die Rippenquallen fressen etwa Muscheln, Krebstiere, Eier und Larven von heimischen Fischarten. Auf diese Weise werden die anderen Meeresbewohner verdrängt. Die Erträge der Fischerei gingen in vielen Gebieten zurück, in denen sich die Quallen massenhaft vermehrt haben. Welche ökologischen Folgen die Verbreitung als invasive Art hat, ist laut Piccardi noch nicht vollständig bekannt.

Auch die Blaukrabbe hat in der italienischen Region Venetien Schäden angerichtet.
Auch die Blaukrabbe hat in der italienischen Region Venetien Schäden angerichtet.(Bild: AFP/Gent Shukullaku)

„Problematischer als Blauer Krebs“
Die Mnemiopsis leidyi ist meist sieben bis zwölf Zentimeter groß und kann im Dunkeln blaugrünes Licht erzeugen. Das kann verschiedene Funktionen haben, etwa Tarnung durch die Anpassung des eigenen Lichts an das der Umgebung, Anlocken von Beute und eine Abschreckungs- oder Ablenkungsfunktion.

Forscherinnen und Forscher der Universität Padua haben die räumliche Verteilung der Art zwei Jahre lang beobachtet und ein deutlich saisonales Muster festgestellt: Zu den Massenvermehrungen kommt es im späten Frühling sowie zwischen Spätsommer und Frühherbst. Diese Phasen stehen demnach in Zusammenhang mit Temperatur und Salzgehalt des Wassers.

Die italienische Europaabgeordnete Anna Maria Cisint sprach bereits von einer „neuen Plage“, die schlimmer sei als der bereits problematische Blaue Krebs. Die EU-Kommission müsse Gegenmaßnahmen und Ausgleichshilfen schaffen. Auch die invasive Blaukrabbe hat in Italien und vor allem der Region Venetien große Schäden angerichtet: Sie hat unter anderem Muschelzuchtanlagen zerstört, Austern, andere Krustentiere und Fische vernichtet. Der Fischereiverband rief daher im Sommer 2024 dazu auf, dass Restaurants verstärkt Speisen mit Blaukrabben anbieten sollten. Tatsächlich gelten die Schaltentiere in den USA und im Golf von Mexiko als kulinarische Delikatesse.

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