Legionellen-Ausbruch

Fiese Keime fühlen sich in der Hitze pudelwohl

Oberösterreich
04.08.2026 18:00

Eine Welle von Legionellen-Erkrankungen durch Bakterien im Trinkwasser schwappt durchs Land. Doch Mikroben lauern derzeit vor allem auch auf Kochutensilien, und das „Waschschwammerl“ ist eine wahre Bazillenschleuder. Wie schnell sich die Mikroben vermehren, ist kaum zu glauben. Und sie sind potenziell lebensbedrohend.

Bakterien lieben Temperaturen ab 30 Grad und vermehren sich explosionsartig. Das dürfte der Grund sein, warum so viele Legionellen-Erkrankungen in OÖ registriert werden. Während es im ganzen Vorjahr 52 waren, sind es aktuell 15 Fälle in Linz und noch fünf weitere Infizierte. Wie ausführlich berichtet, vermehren sich diese Keime in wenig genutzten Wasserleitungen – werden Tröpfchen eingeatmet, kann sich eine lebensgefährliche Lungenentzündung bilden.

Magen-Darm-Keime vermehren sich rasant
Doch es gibt noch mehr fiese Keime. Magen-Darm-Bakterien wie Salmonellen verachtfachen bei Hitze ihre Zahl binnen einer Stunde auf rohem Fisch oder Fleisch, Salaten mit Mayonnaise, Rohmilchkäse, Speiseeis oder Essen, das rohe Eier enthält. Seitens der oö. Lebensmittelaufsicht rät man zum strikten Einhalten der Kühlkette.

Und beim Einkauf: „Alles, das gekühlt werden muss, immer zuletzt nehmen, in einer Kühltasche transportieren und am schnellsten Weg nach Hause bringen.“ Für Grillmeister: vor allem Hühnerfleisch immer ganz durchgaren.

Kinderstube für Keime
Besondere Vorsicht gilt bei Schneidebrettern, Messern und Waschschwammerln: Oft reinigen oder wechseln, sie sind wahre Kinderstuben für Keime.

Giftige Algen im See
Wer bei der Hitze eine Abkühlung sucht, muss derzeit vom Prameter Badesee Abstand halten. Hier wurden Blaualgen nachgewiesen. Auch diese vermehren sich extrem bei warmem Wasser und geben ein Gift ab. Es ist für Hunde tödlich und ruft bei Menschen Hautreizungen, Durchfall und auch Atemnot hervor.

Es bleibt weiter heiß
Den Keimen geht’s weiter gut: Nur morgen und übermorgen ist leichte Abkühlung angesagt, dann soll die Hitzewelle bis Mitte August anhalten. GeoSphere Austria hat übrigens jetzt wissenschaftlich bestätigt, was wir alle ahnten: Der Juli war zu heiß. In OÖ um zwei Grad, es gab 64 Prozent Regendefizit und 17 Prozent mehr Sonne. Am heißesten war’s mit 39,6 Grad am 31. Juli in Weyer.

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