In spanischen Medien reißt die Kritik an Premierminister Pedro Sánchez nicht ab, weil dieser trotz der Migrantenkrise in Ceuta mit seiner Familie in den Sommerurlaub nach Lanzarote geflogen ist. Mit dem Privatjet in eine Luxusvilla mit Pool und Tennisplatz, die dem Staat gehört.
Dabei ist das keineswegs ungewöhnlich: Spanien hat für seinen Regierungschef eben die Villa La Mareta, die USA haben Camp David, der Vatikan hat Castel Gandolfo, Großbritannien das ausladende Herrenhaus Chequers, Frankreich stellt seinem Präsidenten eine eigene Insel an der Côte d’Azur für die Ferien zur Verfügung, und sogar der österreichische Bundespräsident kann seinen Urlaub in einem alten Jagdschloss der Habsburger verbringen.
Das macht alles auch durchaus Sinn. So wird Menschen von größtem öffentlichen Interesse, die sonst keinen Schritt ohne Sicherheitsbeamte machen können, die Möglichkeit gegeben, eine Zeit lang ganz privat zu sein.
Auch dass Regierungschefs mit Privatflugzeugen oder Staatsmaschinen unterwegs sind, ist nur in Österreich nicht üblich.
Trotzdem ist die Kritik an Spaniens Sánchez völlig berechtigt. Als Regierungschef kann er nicht in den Urlaub fliegen, während in Ceuta noch die Leichen aus dem Meer gezogen werden und ganz Europa wegen des Migrantenansturms in heller Aufregung ist.
Und wenn Sánchez seinen Urlaub dann noch in den sozialen Medien postet, zeugt das von ziemlicher Abgehobenheit...
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