Arbeitsmarkt

Jobkrise im Ländle: Ältere am stärksten betroffen

Vorarlberg
03.08.2026 11:55

Ende Juli waren in Vorarlberg 10.555 Menschen arbeitslos gemeldet, das ist ein Plus von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In keinem anderen Bundesland ist die Arbeitslosigkeit stärker gestiegen. Die schwache Wirtschaftslage trifft Personen über 50 Jahre besonders hart.

AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter bemüht sich gar nicht erst, die aktuellen Daten schönzureden: „Die ausbleibende wirtschaftliche Erholung setzt den Vorarlberger Arbeitsmarkt weiterhin unter Druck. Vor allem der Beschäftigungsrückgang in der Industrie und im Handel wirkt sich negativ aus. Die geringere Personalnachfrage führt zu einem spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit.“

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Die ausbleibende wirtschaftliche Erholung setzt den Vorarlberger Arbeitsmarkt weiterhin unter Druck. 

AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter

Große Unterschiede bei Altersgruppen
Auffallend ist, dass die Arbeitsmarktkrise nicht alle gleich trifft. Mit Abstand am stärksten betroffen sind Personen über 50 Jahre – in dieser Altersgruppe ist die Arbeitslosigkeit um 16,2 Prozent gestiegen. Im Kontrast dazu steht die Altersgruppe der unter 25-Jährigen: Dort liegt der Zuwachs mit nur 3,0 Prozent deutlich unter dem Schnitt. In der Altersgruppe der 15- bis 20-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit sogar leicht zurückgegangen.

Appell zur Einstellung Älterer
Bereuter sieht zwei Gründe für dieses Ungleichgewicht: Ältere Arbeitnehmer seien stärker von Personalabbau betroffen und würden zudem bei offenen Stellen oft übergangen. „Ältere Beschäftigte im Unternehmen zu halten und Menschen ab 55 Jahren bei Neueinstellungen verstärkt zu berücksichtigen, muss daher höchste Priorität haben“, gibt der AMS-Landeschef das Ziel vor. Das AMS unterstützt Betriebe dabei mit der „Impulsberatung“ sowie der Lohnkostenförderung „Aktion 55+“ während der Einarbeitungsphase.

Weniger Lehrstellen verfügbar
Allerdings könnte es auch für junge Menschen schwieriger werden, einen Job zu finden. So sank etwa auf dem Lehrstellenmarkt die Zahl der sofort verfügbaren Stellen um drastische 29,9 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, um 36,7 Prozent an. Aktuell sind im Ländle 202 Lehrstellen ausgeschrieben – dem stehen 324 junge Menschen gegenüber, die einen Ausbildungsplatz suchen. 

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