Zwar kommen aus der Wirtschaft positive Signale, doch der Arbeitsmarkt reagiert langsamer. Daher wird die Zahl jener Menschen, die einen Job suchen, noch weiter ansteigen – auch in Vorarlberg.
Zwar sieht Bernhard Bereuter, Chef des Vorarlberger AMS, Licht am Horizont, doch ist dieser Optimismus noch ein vorsichtiger: Aktuelle Prognosen gehen von einer moderaten wirtschaftlichen Erholung und einem Wachstum von rund einem Prozent aus, doch schlägt das noch nicht bei der Beschäftigungsdynamik durch. „Da der Arbeitsmarkt verzögert reagiert, gehen wir von einem weiteren, jedoch abgeschwächten Anstieg der Arbeitslosigkeit aus“, erklärt Bereuter. Aktuell ist die Zahl der arbeitslosen Personen im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent auf insgesamt 11.269 gestiegen. Erfreuliches gibt es bei den Jugendlichen unter 25 Jahren zu berichten. Die Arbeitslosigkeit ist in dieser Altersgruppe im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 1263 zurückgegangen.
Deutlich stärker von der geringeren Personalnachfrage sind allerdings ältere Arbeitskräfte betroffen. Bei den über 55-Jährigen ist die Zahl der Arbeitslosen um 17,4 Prozent auf 2291 Personen gestiegen. „Diese Entwicklung beobachten wir bereits seit mehreren Monaten. Umso wichtiger ist es, konsequent gegenzusteuern. Betriebe sollen erfahrene Arbeitskräfte im Unternehmen halten und bei der Besetzung offener Stellen bewusst das Potenzial der Generation 55+ nutzen“, betont Bereuter. Das AMS will mit der Impulsberatung für Betriebe und der Aktion 55+ Impulse zur Unterstützung der Unternehmen setzen. Im Rahmen der Aktion 55+ erhalten Betriebe eine Lohnkostenförderung, wenn sie arbeitslose Personen ab 55 Jahren einstellen. „Die Aktion 55+ verbessert die Jobperspektiven älterer Arbeitsuchender und eröffnet Unternehmen gleichzeitig die Chance, erfahrene und verlässliche Arbeitskräfte zu gewinnen. Gerade jetzt gilt es, diese Möglichkeiten aktiv zu nutzen“, betont Bereuter.
Erholung in der Baubranche
Ende Juni waren 10.785 Vorarlberger ohne Job. Das entspricht einem Anstieg von 503 Personen oder 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich die Anzahl der Personen in einer Ausbildung oder Qualifizierung um 193 (-7,7 Prozent) auf insgesamt 2302. 940 offene Lehrstellen (+198 oder 26,7 Prozent) standen zur Verfügung, welche in den kommenden Wochen oder Monaten besetzt werden können. Die Anzahl der Lehrstellensuchenden erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 8 oder 3,5 Prozent auf insgesamt 236 Personen. Auf eine offene Stelle entfielen statistisch 1,2 Lehrstellensuchende. Positiv war der Trend auch bei den Bauberufen. In dieser Branche konnte nach herausfordernden Zeiten ein Anstieg von 54 oder 19,9 Prozentgegenüber dem Vorjahresmonat auf insgesamt 326 Stellen verzeichnet werden. Mit 5,9 Prozent lag die Arbeitslosenquote in Vorarlberg unter dem bundesweiten Durchschnitt von 6,9 Prozent.
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