Krisenstab tagt

Angriff auf Liechtenstein: Sensible Daten geklaut

Vorarlberg
03.08.2026 10:45
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Das Fürstentum Liechtenstein ist Opfer eines umfangreichen Cyberangriffs geworden. Die Daten von 31.000 Menschen seien abgegriffen worden, teilte die Regierung am Sonntagabend mit. Wer hinter dem Angriff steht, ist noch unklar. 

Es war eine gezielte, hochprofessionell durchgeführte Attacke: Laut Liechtensteiner Landesregierung seien Datenkopien von Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften digital abgegriffen worden. Die Attacke erfolgte in der Nacht auf Donnerstag, bereits am Donnerstagvormittag seien „Unregelmäßigkeiten“ aufgefallen. Nachdem sich der Verdacht auf einen gezielten Angriff verhärtet hatte, wurde umgehend ein Krisenstab unter der Leitung von Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schädler einberufen. Durch den Angriff sei der Schutz personenbezogener Daten verletzt worden, hieß es in einer offiziellen Erklärung.

Angreifer hatten konkretes Ziel im Visier
Konkret im Visier hatten die Angreifer das „Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen“. In diesen Dateien sind Namen und andere Details von Personen hinterlegt, die hinter Firmen, Stiftungen oder Treuhänderschaften stehen. Laut Angaben der Regierung führe man dieses Verzeichnis, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern.

„Bisher keine Lösegeldforderungen“
Nach aktuellem Kenntnisstand bestünden keine Hinweise darauf, dass Daten im System verändert oder gelöscht wurden. In der „Tagesschau“-Hauptausgabe von Schweizer Radio und Fernsehen SRF berichtete Regierungschefin Haas zudem, dass bisher auch keine Lösegeldforderungen eingegangen seien, ebenso wenig seien die Daten im Darknet aufgetaucht.

Reiches, kleines Land
Der Fall ist jedenfalls hochbrisant: Das Fürstentum mit rund 41.000 Einwohnern gehört gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf zu den reichsten Ländern der Welt. Einer der erfolgreichsten Wirtschaftszweige ist der Finanzsektor. Bis vor einigen Jahren galt Liechtenstein als Hotspot für Geldwäsche und Steuerhinterziehung, erst 2017 wurde aufgrund des großen internationalen Drucks das Bankgeheimnis in Steuerangelegenheiten aufgehoben.

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