Haben wir geahnt:

Zur Arbeit pendeln macht krank

Wirtschaft
07.02.2006 19:24
Zur Arbeit pendeln macht krank, müde und verursacht Stress. Das sind die zentralen Ergebnisse einer von der Arbeiterkammer Wien (AK) in Auftrag gegebenen Studie. Allein nach Wien pendeln täglich mehr als 190.000 Arbeitnehmer, bundesweit sind es 1,8 Millionen. Das ist jeder Zweite.

Laut der AK-Studie "Überfordert durch den Arbeitsweg?" empfinden fünf von zehn Frauen und vier von zehn Männern das tägliche Pendeln als Belastung. Wer mehr als 90 Minuten für die Anreise zum Arbeitsplatz braucht, klagt bereits in der Früh über Zeitdruck und Übermüdung. Bahn- und Bus-Pendler leiden häufig an Erschöpfung, die sie in langen Fahrzeiten, langem Warten oder häufigem Umsteigen begründet sehen.

Am meisten gestresst zeigten sich aber Arbeitnehmer, die täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren. 39 Prozent gaben an, auf dem Weg ins Büro "eher hohen Stress" zu spüren. Bahn- und Bus-Nutzer waren zu 31 Prozent sehr gestresst, U-Bahn- und Bus-Benutzer in Wien zu 19 Prozent und Fußgänger bzw. Radfahrer zu insgesamt 16 Prozent.

"Starke Belastungen können zu Bluthochdruck, Schweißausbrüchen und Konzentrationsmangel führen. Und am Abend sind Pendler oft müde, inaktiv, verschlossen und können ihre Freizeit nicht genießen", sagte Sylvia Leodolter, Leiterin der AK-Verkehrsabteilung in Wien. "Deshalb fordern wir barrierefreie Arbeitswege." Konkret verlangt die AK eine verbesserte Abstimmung aller Verkehrsmittel aufeinander, ausreichende Park&Ride-Anlagen sowie bessere und schnellere Informationen über Verspätungen der "Öffis".

In diesen Fragen sei der Bund zuständig. Leodolter: "Der öffentliche Nahverkehr muss eine Kernkompetenz des Bundes sein. Die Veranwortung darf nicht auf die Länder abgeschoben werden."

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