22-Jähriger starb

Todesfahrt mit Rauschmittel: Jungpapa muss in Haft

Tirol
24.07.2026 18:00

Ein Horror-Crash auf der Bundesstraße in Telfs in Tirol riss im Herbst 2025 einen 22-Jährigen aus dem Leben. Nun musste sich der mutmaßliche Unfallverursacher vor dem Landesgericht in Innsbruck verantworten. Er war offenbar fahruntauglich. Doch seine Erinnerung will ausgelöscht sein.

Der schreckliche Unfall erschütterte Tirol: Am 1. Oktober 2025 geriet ein damals 25-jähriger Autofahrer in Telfs mit seinem Wagen rund einen Meter auf die Gegenfahrbahn und krachte frontal in das Auto eines 22-Jährigen. Der junge Tiroler mit türkischen Wurzeln war gerade am Weg ins Fitnessstudio – er starb noch an der Unfallstelle in seinem völlig zerstörten Mazda.

Die bekannte Telfer Allee im Osten der Marktgemeinde sah nach dem tragischen Unfall wie ein ...
Die bekannte Telfer Allee im Osten der Marktgemeinde sah nach dem tragischen Unfall wie ein Schlachtfeld aus.(Bild: Zeitungsfoto.at)

Der Angeklagte, zweifacher Familienvater und mittlerweile arbeitslos, erlitt selbst schwerste Verletzungen. Vor Gericht erklärte er nun, er könne sich weder an den Unfall noch an die Zeit davor erinnern. „Sogar die Geburt meines Sohnes wenige Monate zuvor ist wie weggeblasen.“ Er bekannte sich daher nicht schuldig – ein Satz, der die Mutter des getöteten 22-Jährigen im Gerichtssaal in bittere Tränen ausbrechen ließ.

Das ist Kratom

Kratom ist eine südostasiatische Pflanze, die je nach Dosierung aufputschend oder beruhigend wirkt. Der Konsum birgt hohes Abhängigkeitspotenzial, Überdosierung kann zu Benommenheit führen.

Hohe Konzentration von Kratom festgestellt
Brisant: Laut Anklage soll der Mann vor der Fahrt das legale Rauschmittel Kratom konsumiert haben. Die im Blut nachgewiesene Konzentration sei so hoch gewesen, dass er mehrere Tabletten oder rund zehn Liter Tee mit der Substanz zu sich genommen haben muss. „Ich habe davon noch nie gehört“, behauptete der Angeklagte vor Richterin Helga Moser.

Urteil noch nicht rechtskräftig
Laut einer Sachverständigen war der Mann, der in der Vergangenheit bereits zahlreiche Verwaltungsstrafen im Straßenverkehr gesammelt hat, zum Unfallzeitpunkt jedenfalls fahruntauglich. Richterin Moser sprach den 25-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung schuldig und verhängte 15 Monate Haft, davon fünf Monate unbedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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